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„Es soll ein Heiligthum der Sprache gründen, ihren ganzenSchatz bewah ren, allen zu ihm den Eingang offen halten. EinenHaufen Bücher mit übel erfundenen Titeln giebt es, die hansirengehn und das bunteste und unverdaulichste Gemisch des mannig-faltigen Wissens feil tragen. Fände bei den Leuten die einfacheKost der heimischen Sprache Eingang, so könnte das Wörterbuchzum Hausbedarf, und mit Verlangen, oft mit Andacht gelesenwerden. Warum sollte sich nicht der Vater ein paar Wörterausheben und sie abends mit den Knaben durchgehend zugleichihre Sprachgabe prüfen und die eigne auffrischen? Die Mutterwürde gern zuhören. Frauen mit ihrem gesunden Mutterwitzund im Gedächtniß gute Sprüche bewahrend, tragen oft wahreBegierde ihr unverdorbenes Sprachgefühl zu üben, vor dieKisten und Kasten zu treten, aus denen wie gefaltete Leinwandlautere Wörter ihr entgegen quellen: ein Wort, ein Reim; einReim führt dann auf andere, und sie kehren öfter zurück undheben den Deckel von neuem."
Ob alle Wörter, also z. B. auch die sogenannten obscönen,sofern sie nur der zeitlichen und räumlichen Beschränkung nachhineingehören würden, aufzunehmen sind, darüber meint JakobGrimm, indem er über das, was Wilhelm in seiner Frank-furter Rede aufgestellt, noch hinausgeht, daß es gar keinWort in der Sprache gäbe, das nicht irgendwo das beste wärean seiner rechten Stelle. An sich seien alle Wörter rein undunschuldig, sie gewönnen erst dadurch Zweideutigkeit, daß sieder Sprachgebrauch halb von der Seite ansieht und verdreht.
lieber den von Wurm und Sanders so arg getadeltenGebrauch, dein deutschen statt einer geschraubten Definitioneinfach das lateinische Wort folgen zu lassen, spricht sich JakobGrimm folgendermaßen ans:
„Wenn ich zu dem Worte Tisch das lateinische nreimu setze,
so ist vorläufig genug gcthan und was weiter zu sagen ist, er-
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