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Geschichte des Grimmschen Wörterbuchs
Entstehung
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Rede und der heimischen Mundart, wie ihn verschiedene Stim-mungen fordern, natürlichen Menschen gewährt?

Sie sehen, meine Herren, wo ich hinaus will, welches Zielich dem Wörterbuch stecke. Sollen wir eingreifen in den Sprach-schatz, den die Schriften dreier Jahrhunderte bewahren? ent-scheiden, was beizubehalten, was zu verwerfen ist? Sollen wir,was die Mundarten zugetragen haben, wieder hinauswerfen?den Stamin von den Wurzeln ablösen? Nein, wir wollen derSprache nicht die Quelle verschütten, aus der sie sich immerwieder erquickt, wir wollen kein Gesetzbuch machen, das einestarre Abgrenzung der Form und des Begriffs liefert und dienie rastende Beweglichkeit der Sprache zu zerstören sucht. Wirwollen die Sprache darstellen, wie sie sich selbst in dem Laufvon drei Jahrhunderten dargestellt hat, aber wir schöpfen nuraus denen, in welchen sie sich am lebendigsten offenbart. Sollenwir zusammenscharren, was nur aufzutreiben ist, wie Campeund andere gewollt haben? was aus den Winkeln, wo dasGewürm der Literatur hockt, sich an das Tageslicht gewagt hat?Unser Werk wird, wenn Sie mir den Ausdruck erlauben, eineNaturgeschichte der einzelnen Wörter enthalten. Jedem Einzelnen,in welchem sich das Gefühl für die Sprache rein erhalten hat,bleibt das Recht, den Inhalt eines Worts zu erweitern oderzusammenzuziehen, der Fortbildung wird keine Grenze gesetzt,aber sie muß auf dem rechten Weg bleiben. Die französischeSprache neigt dahin, einen logisch bestimmten, vorsichtig be-schränkten Begriff eines jeden Wortes zu gewinnen, das ent-spricht der Natur des französischen Volks und gewährt einegewisse Bequemlichkeit, zumal Denen, welche der Sprache nichtganz mächtig geworden sind, sie reden dann besser als sie denken;aber dabei steigt der Saft in dem Stamm nur trüge und langsamauf. Ich hoffe, es wird dem deutschen Wörterbuch gelingendurch eine Reihe ausgewählter Belege darzuthun, welcher Sinn

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