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Geschichte des Grimmschen Wörterbuchs
Entstehung
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geschweige frühere. Aber, ich meine, alle Wörter von Schönheitund Kraft seit Luthers Zeit dürfen zur rechten Stunde wiederhervorgeholt und neu angewandt werden. Das soll als Erfolgund Wirkung des Wörterbuchs bedacht werden, daß die Schrift-steller daraus den Reichthum der vollkommen anwendbarenSprache ersehen und lernen. Viele neuere Schriftsteller, z. B.Schiller (nicht Goethe, auch Lessing nicht) erscheinen mir ingewissem Betracht und abgesehen von ihren neuen Erfindungen,wortarm und unserer Sprache nicht recht mächtig. . . Aber dassiebenzehnte und sechzehnte Jahrhundert liefern ungeheuer viel:sogar ungenießbare Autoren, die nie wieder gelesen werden, wieLohenstein, können sehr gute Wörter haben und brauchbareRedensarten, worauf hauptsächlich zu achten ist. . . Von obscönenWörtern werde nur zulässig sein, was die Schriftsteller imAffekt nicht einmal entbehren können, alles, dessen ein guterKomiker bedürfe. Znsammenfassend schließt er: Das Werk sollin sich begreifen alles, was die hochdeutsche Sprache vermag,nach der Ausprägung, die ihr in drei Jahrhunderten durchDichter und tüchtige Schriftsteller widerfahren ist.

Am 20. September 1838 erweitert er den Plan in einigenPunkten. Erläuterungen aus der älteren Sprache, Etymologienund parallele Redensarten sollen ausgenommen werden, aberohne sich pedantisch zu binden: das Publikum erwarte dergleichenund sei empfänglich dafür.

Dies die Ansichten Jak ob Grimms. Nicht minder wichtigist es uns, zu erfahren, wie sich in Wilhelms Geist Planund Wirkung des Wörterbuchs malte. Ist doch ihm, nach desaltern Bruders Urtheil, gerade die Kunst gefälliger Darstellungeigen. Und war es ihm doch vergönnt, seine Gedanken einerso anserwählten Schaar deutscher Gelehrten darzulegen, wie sieseitdem wohl nie wieder zusammen gekommen ist. Es war dieVersammlung der Germanisten zu Frankfurt am Main, die ani

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