Druckschrift 
Die mystische, didaktische und lyrische Poesie und das spätere Schriftthum der Perser
Entstehung
Seite
18
Einzelbild herunterladen
 

18

schon nach wenigen Jahren, etwa um 1060, zwang ihn sun-nitische Verfolgungssucht zur Flucht, und nach langem Umher-irren fand er endlich eine sichere Zuflucht in Jnmgan in denBergen von Badachschun, wo er als Einsiedler die letztenJahrzehnte seines Lebens (er starb 1088, A. H. 48 l) verbrachteund eine Schar treuer Anhänger um sich sammelte, die soge-nannte Sekte der NLyirijjah, die noch manchen nachfolgendenGeschlechtern die Lehren ihres Meisters übermittelt hat. Dortim unwegsamen Gebirg hat er wahrscheinlich auch das Rnscha-nLUnama neu überarbeitet, das in seinem Inhalt diesem engverwandte SaUrdatnama oder Buch der Glückseligkeit ge-schrieben, den größeren Theil seines umfangreichen, fast ganzaus Qayiden bestehenden Diwans und manche andere Werkeverfaßt, so das erst kürzlich aufgefundene ZLd-ulmnsnfiruioder Wegkost der Gotteswaller, in dem er seine ganzen reli-giösen und philosophischen Ideen niedergelegt hat. Das Rüscha-nnUnama zerfällt in zwei Theile, einen metaphysischen, der aufaristotelisch-neuplatonischer Grundlage eine mit schottischen, speziellismaUitischen und nicht selten yüfischen Anschauungen gemischteKosmographie aufbant, und einen ethischen, der eine reiche Füllepraktischer Weisheitslehren und tiefsinniger Gedanken über dieguten und schlechten Eigenschaften des Menschen, über die Noth-wendigkeit, falsche Freunde und thörichte Gesellen zu meiden,über die trügerischen Reize der Welt und die Fallstricke einesehrgeizigen Strebens nach eitlem Rang und Reichthum enthält.Aehnliche Ideen, nur weit schärfer ausgedrückt, finden sich imSa"Ldatnüma, in dem sich Nayir für die erlittenen Ver-folgungen durch heftige Angriffe auf die Fürsten und Großendes Reiches rächt, und ebenso in den zahlreichen Qayiden, diemeistens dem Preise "Alls und seiner Nachkommen, besondersMnstanyirs, gewidmet sind, daneben aber die Verderbtheit

und Scheinheiligkeit der vornehmen Gesellschaft und der feilen( 160 )