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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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Wachsthum zuerst an der Spitze hemmt, und die dann doch einStaubgegefäß ein metamorphosirtes Blatt nennen. NachSachs ist Metamorphose vollkommen richtig phylogene-tische Umbildung, aber daneben mitogenetische Ausbildung; es istalso ein Doppelbegriff. Eine derartige Begriffsbestimmung einesWortes ist verfehlt. Metamorphose heißt Umbildung; sie hatals solche im descendenztheoretischen Sinne eine gewisse Geltung;nichts weiter. Blatt und Staubgefäß sind Seitengebilde mitverschiedenen Funktionen, aber es sind nicht Seitengebilde, dieim Laufe der Ontogenese zu verschiedenen Organen (bezw.Organkomplexen) metamorphosirt wurden, denn sie entwickeltensich von ihrer ersten Anlage an zu verschiedenen Organen.

Der zweite Punkt, den wir besprechen wollen, betrifft dieDefinition, welche Sachs für Morphologie giebt. Wie die heutigeMorphologie sich auf Goethes Metamorphosenlehre erhobenhat, so meine ich, sollte man von einer Morphologie nur reden,wenn es sich um Vorgänge der Metamorphose, aber der Meta-morphose in unserem Sinne, d. h., wenn es sich um die phylo-genetische Deutung der Pflanzentheile handelt." Sofern dieheutige Morphologie noch immer nicht in descendenztheoretischcmSinne vorgeht, haften ihr wenn auch nicht immer aus-gesprochen dieselben Fehler an wie der Goetheschen Lehre.Sie ist von einer natnrphilosophischen Gedankenrichtnng durch-zogen und bewegt sich in Behauptungen, die ans jene de-seendenztheoretische Basis gestellt Sinn haben würden, so abervcrständnißlos erscheinen müssen. Was aber einen großen Theilder heutigen Morphologie ausmacht und wohin z. B. Erörte-rungen gehören, ob ein Blüthenstand eine Traube oder eineRispe, ein Köpfchen, eine Aehre, eine zusammengesetzte,eine cymöse Dolde oder ob ein Blatt herzförmig odereiförmig oder herz-eiförmig oder verkehrt-Herz-eiförmig oderlineal oder lanzettlich ist u. s. w. das ist überhaupt