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(da wir ja das Wort „Seitengebilde" haben), sodann aber anchaus dem Grunde für verwerflich, weil elementare Wörter wie„Blatt" so wenig wie möglich im Sinne einer Gelehrtensprache,sondern vielmehr in dem der Volkssprache gebraucht werdensollten; die wissenschaftliche Terminologie hat hier höchstens dieAufgabe, eine etwa verloren gegangene oder in Vergessenheitgerathene schärfere Begriffsbestimmung solcher Wörter vorzu-nehmen. Nieder-, Laub- und Hochblatt, zusammen also die dreiFormen oder Formationen der Blätter, sind genügend scharfcharakterisirt als diejenigen Seitengebilde, denen das Haupt-geschäft der Assimilation zufällt." Die Funktion des Kelchesmit seinen Theilen oder Zipfeln ist dagegen der Schutz derinneren Blüthentheile; die der Krone mit ihren Theilen oderZipfeln ist die Anlockung der Insekten im Dienste der Befruch-tung;" die Funktion der aus Staubbeutel und Staubfaden(nebst Mittelband) bestehenden Staubgefäße ist die Erzeugungdes Blüthenstaubes; die des Stempels," der aus Fruchtknoten,Griffel, Narbe und den im Innern des Fruchtknotens ent-haltenen Samenknospen besteht, ist die Hervorbringung derEizelle, aus der nach erfolgter Befruchtung die neue Pflanzehervorgeht. Die Samenblätter endlich sind die ersten Blätter,die weniger assimiliren, als der werdenden Pflanze Reserve-stoffe zu ihrem Wachsthum darbieten.
Hiernach ist es denn klar, daß Goethe sich auch damitkein nennenswerthes Verdienst erworben hat, daß er alle Seiten-gebilde überhaupt begrifflich zusammenfaßte, was ja mit seinerMetamorphosenlehre geschah, da dies bei ihm nur in dem Sinneerfolgte, daß alle Seitengebilde identischer Natur seien, währendder richtige Sinn der ist, daß sie einen gewissen gemeinsamenGegensatz zur Achse bilden und nur darum — also nicht ansich — zusammengehören. Es ist das Verdienst, welches manGoethe deswegen zuschreiben kann, daß er — abgesehen von
(MD