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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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von den Samenblättern bis zum Stempel, sitzen an dem vor-wiegend in die Länge wachsenden Bestandtheile der Pflanze,den man die Achse nennt, und bilden somit zu dieser einengewissen gemeinsamen Gegensatz.

5. Im Gegensatz zu der Achse, die sofern sie sich überder Erde befindet überwiegend an der Spitze wächst, hemmensie ihr Wachsthum zuerst an der Spitze.

6. Die Anlage der fraglichen Pflanzentheile, sowie ihreAusbildung bis zu einem gewissen Stadium ist bei allen dieselbe,wie die Entwickelungsgeschichte zeigt.

Nur auf Grund des letzten Bestimmungsgrundes kannwie wir bereits früher erörterten ebenso wie im Anschlußan die vergleichende Betrachtung der Pflanzen im descendenz-theoretischen Sinne von einer wirklichen, materiellen Umwand-lung die Rede sein, die in jenem Falle eine mitogenetische, indiesem eine phylogenetische ist. Gemäß allen übrigen Kriterienverliert der Begriff der Metamorphose seine reelle Bedeutungund gewinnt dagegen den Werth einer blosen Idee. Goethehat von jenen beiden Kriterien keinen Gebrauch gemacht.

Kann nun aber das der Entwickelungsgeschichte entlehnteKriterium (6), von dem wir bereits oben auseinandersetzten, essei so wenig schwerwiegend, daß man der aus ihm zu folgerndenMetamorphose keine wesentliche wissenschaftliche Bedeutung bei-legen kann, auch nur bestimmend sein, die Seitengebilde untereinen Begriff zusammenzufassen? Unsere obigen Auseinander-setzungen verneinen auch diese Frage, denn die anfängliche Ent-wickelung bietet gar kein charakteristisches Stadium dar;die Gleichheit im Beginn der Entwickelung ist eine äußerliche,völlig oberflächliche und findet sich bei allen anderen organischenGebilden ebenfalls vor. Wenn noch andere Kriterien dafürsprechen sollten, alle Seiteugebilde begrifflich zu vereinigen, sokönnte jenes als ein untergeordnetes Moment mitsprechen; für