seinem Wesen entsprechend ganz vorzugsweise an der Spitzewächst. Schließlich läßt sich noch ein Moment der Aehnlichkeitvon Blättern und Blüthentheilen geltend machen: die anfänglicheUebereinstimmnng in der Entwickelungsgeschichte.
Hiernach ist es wohl gerechtfertigt, wenn man für Blätterund Blüthentheile einen gemeinsamen Ausdruck erfindet, durchden der eben angcdeuteten Gemeinsamkeit ihrer Eigenart genug-gethan wird. Wir haben ein solches Wort bereits gebraucht:Seitengebilde — ein Wort, das einen Gegensatz znm Stengelals einem Achscngebildeb ausdrückt, wie ein solcher ja bis zueinem gewissen Grade ohne Zweifel besteht und das der Wolfs scheuBezeichnung „Anhangsorgane"^ aus dein Grunde vorzuziehenist, weil in diesem Wort der Sinn der Nebensächlichkeit liegtund unwillkürlich die Vorstellung erweckt wird, als wäre dieAchse das Wichtigste an der Pflanze, während doch die Funk-tionen der Blätter als der hauptsächlichen Träger des Assimi-lationsgewebes jedenfalls die ursprünglicheren sind.
Es fragt sich, sofern es sich um die Wahl der treffendstenBezeichnungsweise handelt, ob mit jenem Worte die weit-greifendste und wesentlichste Uebercinstimmung von Blättern undBlüthentheilen angedeutet wird.
Dies wird durch die Metamorphosenlehre in Abrede gestellt;ihr genügt die Anerkennung der angegebenen Aehnlichkeit derSeitengebilde nicht. Die Metamorphoscnlehre sieht in ihneneine viel tiefere Charaktcrgcmeinsamkcit. Sic sind ihr nichtallein selbständig und in gewissem Grade unabhängig von ein-ander entstehende Pflanzengliedcr, die man wegen einer gewissenAehnlichkeit mit einem gemeinsamen Namen belegen kann, sondernsie sollen auch wesentlich dasselbe Organ (derselbe Pflanzeu-theil; Organ nicht im physiologischen Sinne) sein, das indessendurch verschiedenartige Umwandlung in verschiedenen Ge-stalten erscheint.