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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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vorcmssctzt; die Natur hat dem menschlichen Wesen eine gewissehervorragende Richtung gegeben, und nur im Sinne dieserKonnte eine hochentwickelte Anlage vorhanden sein. Bedeutende^Denker z. B. waren niemals zugleich auch bedeutende Dichterund Musiker und Erfinder. Wie sollte darum nicht auch Goethe als hervorragender Dichter ans wissenschaftlichem Gebietebei all seinem Interesse für die Wissenschaft doch von ungleichgeringerer Bedeutung sein können? Es sind eben ganz ver-schiedenartige Gaben, welche der Dichter und welche der Denkernöthig hat.

Ohne indessen auf die Frage nach Goethes Bedeutungfür die Wissenschaft im allgemeinen hier weiter und gründlichereinzugehen, wollen wir uns im Folgenden mit einer besonderennaturwissenschaftlichen Arbeit des Dichters beschäftigen, die nochimmer verhältnißmäßig wenig kritisch besprochen worden ist und überdie nach meiner Meinung noch immer nicht das rechte, tief begründeteUrtheil abgegeben wurde. Ich meine GoethesVersuch, dieMetamorphose der Pflanzen zu erklären"^ oder wie mankurz sagt und schreibt: seineLehre von der Metamorphose derPflanzen".

Was zunächst gleich den Titel der Abhandlung betrifft, soist die letztere Form desselben, wie sie sich wohl in allen Goethe-Ausgaben findet, die treffendere, denn den weitaus größtenRaum der Arbeit nimmt nicht die Erklärung der Metamorphoseein, sondern eine Auseinandersetzung darüber, daß man überhauptvon einer solchen sprechen kann, daß also alle die als Blätterim weiteren Sinne bezeichneten Glieder der Pflanze im Grundeals ein und dasselbe, nur mannigfach veränderte Organ zu be-trachten sind. Schon bei dem Titel begegnet es uns somit, daßcr uns in seiner ursprünglichen Gestalt etwas anderes in derArbeit vermnthen läßt, als was wir hauptsächlich finden; in-dessen würde dies nicht von Belang sein, nnd ich würde diesen

(SS)