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Goethe - und noch immer kein Ende! : kritische Würdigung der Lehre Goethes von der Metamorphose der Pflanzen
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auch der vollkommenste Mensch schließlich immer nur Mensch istund als solcher seine Fehler Hut. Will man freilich ein be-lstimmtes bündiges Urtheil über den Werth der naturwissen^schaftlichen Arbeiten Goethes fällen, so muß man dieselben in^Besonderen einer eingehenden Kritik unterziehen.

Daß aber wie es scheint Publikum und Gelehrtevon vornherein etwas Richtiges und Großes in den wissen-schaftlichen Erzeugnissen des Goetheschen Geistes finden möchten,ist sehr verständlich. Goethe ist ja unter unseren Dichternmit Recht alsder Einzige" zu bezeichnen. Aus dem, was ergeschaffen, sprudelt uns ein ursprünglicher Quell echt dichterischenEmpfindens und Könnens entgegen. Es spricht zu uns nichtblos eine edle Form, ein hoher Geist, sondern auch eine naive,aber tiefe und reine Seele. Man muß sofern man selbst tieferund reiner Empfindungen fähig ist solch ein Wesen in seinHerz schließen, muß es von dieser Seite her lieb gewinnen.Und daß man nun leicht geneigt ist, auch die Schwächen des-selben sich gefallen zu lassen, ja sogar in ihnen etwas Gutes zufinden, daß man sich mit allen Mitteln dagegen zu wehren sucht,wenn dem Liebling Unvollkommenheiten und Falschheiten nach-gewiesen werden sollen das liegt in der menschlichen Naturbegründet. Und doch muß ein logischer Geist, dem die Sacheüber die Person geht, es wagen, auch an dem vergöttertenLiebling Kritik zu üben. Die wahren Leistungen desselbenwerden damit nicht angetastet, und seine Schwächen sind so-fern ihm welche nachgewiesen werden auch ohne die Kritikvorhanden. Daß er sie aber hat und daß sie erkannt werden,entwürdigt ihn nicht, denn es kommt nicht vor und ist unmöglich,daß ein Mensch ans allen Seiten seines Wesens eine über dasDurchschnittliche weit hinausgchende Entwickelung besitzt, daß erein Universalgenie ist, weil eine vorzügliche Beanlagung einmehr oder minder einseitig ausgebildetes (geistiges) Naturell

(SS)