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Byron im Lichte unserer Zeit : ein Vortrag zur Feier des hundertjährigen Geburtstages Lord Byrons im Verein für das Studium neuerer Sprachen zu Berlin
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Für einer Trngfrist kurzen SpannDeucht' uns fast machtlos der Tyrann.

So sanft versiegelt, schön und mildIst letzter Blick, den Tod enthüllt!

Den Eindruck macht hier dieser Strand,

Das Land ist's, doch nicht Griechenland!

So kalt und süß, schön, doch entseelt;

Wir schaudern, da die Seele fehlt.

Noch Lieblichkeit den Tod umzieht,

Die nicht ganz flieht, wenn Athem flieht,

Der Schönheit trügerisches SpielMit Lebcnsblüte bis an's Ziel,

Schwindenden Ausdrucks letzter Strahl,

Ein goldener Schein umschwebend Todtcnmal,

Ein Strahl des Abschieds aus dem Erdcnthal!

Ein Funke, der vielleicht vom Himmel stammtDoch wärmend nimmer lieben Thon durchflammt.

Schöll ist die Schilderung allerdings, aber zn sehr aus-gesponnen, zu langathmig; es fehlt die maßvolle Sparsamkeiteines wirklich klassischen Stils, und insbesondere die Häufungder Vergleiche in den Schlußworten bringt eine störende Breitehervor, Byron keltert nur selten den edlen Ausbruch der

Traube, oft preßt er die Treber aus und verdirbt dasköstliche Getränk. Die weitschichtige Anlage der BhronschenSchilderungen, die daraus hervorgeht, daß der Dichter es sichnicht versagen kann, stets neue Blicke zu eröffnen, auch wenndie Uebersichtlichkeit des Ganzen dadurch verloren geht, steht ineinem eigenthümlichen Kontrast mit dem Stil in den ein-zelnen Theilen. Dieser ist verhältnißmüßig knapp und würdean Bündigkeit nichts zu wünschen übrig lassen, wenn mannicht oft grübeln müßte, um diesen oder jenen Satz zuverstehen. Das Ganze aber macht nicht selten den Eindruckder Ueberladung,

Das zweite Beispiel wühlen wir aus demKorsar"; es bildetden Anfang des dritten Gesangs,

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