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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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SCHLUSS.

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erstreckt, d. h. diejenigen Processe, durch welche dieDaten des Tastsinns und des Gesichts ihrer Lage nachbestimmt werden. Hierbei kommen vornehmlich zweiElemente in Betracht: die Localzeichen und die Bewe-gungen.

Die Hypothese der Localzeichen ist der deutschenPsychologie eigenthümlich. Bei Lotze noch etwas ver-schwommen und metaphysisch, nimmt sie in den letztenPublicationen Wundts eine immer exactere Fassung an,obwohl sie noch viele Dunkelheiten einschliesst. ImWesentlichen dieselbe geblieben, wenn auch unter ver-schiedenen Formen auftretend, läuft sie auf die Annahmehinaus, dass jedes sensible Element der Retina oder derHaut der Empfindung eine eigentümliche Färbung ver-leiht, welche der schliesslichen Arbeit des Geistes ge-stattet, mit Hülfe der Bewegungen diese qualitativenModificationen in ein Lageverhältniss umzuwandeln.

Die Rolle der wirklichen Bewegungen, der Strebungenzu Bewegungen, der Innervationsgefühle, ist mit derSorgfalt untersucht, die man von einer physiologischenSchule erwarten konnte. Wenn diese Frage auch schonvorher behandelt war, so doch nie in solcher Ausführlich-keit und Genauigkeit. Durch die Untersuchungen überdie Localisation der Tast- und Gesichtswahrnehmungenist die deutsche Psychologie zu einem höheren, eigentlichin die Erkenntnistheorie gehörigen Problem, zur Ent-stehung der Raumanschauung, geführt. Es stehenhier zwei Ansichten einander gegenüber. Nach demNativismus beruht die Localisation der Tast- und Ge-sichtswahrnehmungen auf dem Bau des Organismus, undist mit dem Organismus gegeben, folglich angeboren.Der Empirismus, besonders auf den Einfluss der Asso-ciation und der Gewohnheit gestützt, schreibt sowohl die