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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
Experimente der Physiker den Weg zu diesem Schlüsseschon lange geebnet, und er wäre sogar noch frühergangbar gewesen, wenn nicht die alte Psychologie, aus-schliesslich an der innern Beobachtung des Ichs klebend,diese Untersuchungen als etwas Fremdes und für ihrWerk Gleichgültiges und Nebensächliches betrachtet hätte,das sie am besten unbeachtet liesse. Da die Physikermit den Erscheinungen des Bewusstseins nichts zu thunhaben, und die Psychologen die Sache ignorirten, sowurden einige Physiologen durch ihre Experimentegerade an den Punkt geführt, wo das physische und dasgeistige Geschehen sich berühren, und haben so, manch-mal ohne ihre Absicht, die elementaren Empfindungenuntersucht. Der physiologischen Psychologie, welche ihreHauptvertreter in Deutschland hat, gebührt also das Ver-dienst, eine Reihe von Untersuchungen eröffnet zu haben,welche der modernen Psychologie vom grössten Nutzengewesen sind. Namentlich zeigten die Untersuchungenvon Helmholtz über die Tonempfindungen, und vorallem die Experimente, durch die er nachwies, dass dieKlangfarbe, diese anscheinend undefinirbare Qualität,durch complementäre Töne verursacht wird, welche sichnach bestimmten Verhältnissen um den Grundton grup-piren — in dem die Empfindungen unmittelbar bedin-genden physischen Ereigniss eine verwickelte Gruppirungvon Elementen, von denen jede Variation eine ent-sprechende Variation der Empfindung zur Folge hat.Der einfachste, niedrigste Bewusstseinszustand, die Wahr-nehmung eines Tones, einer Farbe, die einfachste Em-pfindung, d. h. losgelöst von jeder Association und Locali-sation, sind also schon zusammengesetzt. Ein Ton hatje nach der Zahl, Amplitude und Form der Schwingungeneine bestimmte Höhe, Intensität und Klangfarbe. Ebenso