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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
Seite
311
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BKENTANO.

Bll

Methode, die sich an Ergebnissen für die Psychologiebereits so fruchtbar erwiesen, keine Rücksicht nehme;dass er sich einbilde, mit dem alten, auf innere Wahr-nehmung gegründeten Verfahren das erreichen zu können,was Platon, Descartes, Locke, Berkeley und vielenAnderen nicht gelungen sei.Wir haben, sagt er,diefeste Ueberzeugung, dass auch tausend Mill nicht imStande sein würden, etwas, was diese grossen Männernicht erreicht haben, mit derselben Methode wie sie zuStande zu bringen, während es keinem Zweifel unterliegt,dass Herr Mill, wenn er sich hätte entscliliessen können,sich des neuen Materials und der neuen Methode, dieseinen grossen Vorgängern nicht zu Gebote standen, zubedienen, Erfolge, wie kein anderer Sterblicher erzielthaben würde. Trotzdem glaubt jedoch Brentano nacheiner eingehenden Kritik namentlich der AnsichtenMaudsleys sich zu dem Ausspruch berechtigt, dassausdemselben Grunde, weshalb es uns gut schien, möglichstvon allen metaphysischen Theorien Umgang zunehmen, es zweckmässig sein werde, auch von den Hypo-thesen zum Behuf physiologischer Erklärung ab-zusehen. Ebenso scheint es ihm offenbar, dass durchFechners bewunderungswürdigen Versuch der Messungpsychischer Intensitäten das psychische Phänomen nurnach einer Seite hin, nämlich in seiner Beziehung zumprimären Object, seiner Intensität nach gemessen wird.Damit kommt er wieder zu dem Eingangs hervorgehobenenSchlüsse zurück, dass die Psychologie sich mit empiri-schen Gesetzen begnügen müsse.

Der zweite Theil des Werkes bandelt von denpsychischen Phänomenen im Allgemeinen. Sie sind fürBrentano entweder Vorstellungen oder beruhen aufVorstellungen als ihrer Grundlage. Fragen wir weiter,