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DIB DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
kennen lernen. Für ihn ist das Gefühl die Thätigkeitin ihrer einfachsten, elementarsten, allgemeinsten psychi-schen Form und zugleich der Ausgangspunkt aller übrigenpsychischen Processe. Ueber das innere Wesen des Ge-fühls sind von den Psychologen vier verschiedene An-sichten aufgestellt: 1. Was für den Organismus von Vor-theil ist, wird als angenehm, was ihm zum Schaden ge-reicht, als unangenehm gefühlt (Wolff, Kant, Lotzemit Modificationen). 2. Die Gefühle entstehen durcheinen Contrast (Stiedenroth,Wundt). 3. Die Grund-lage alles Begehrens ist ein Mangel (Schopenhauer,Hart mann). 4. Die Gefühle entstehen aus dem mole-cularen Gleichgewicht der Nervensubstanz. Keine dieserAnsichten ist exclusiv, jede fasst die übrigen wenigstensth eil weise in sich; auch zeigt Horwicz nach einer ein-gehenden Kritik, dass keine zur Erklärung des Wesensdes Gefühls ausreicht. Da er indess als wichtigstes Er-gebniss seiner Kritik hinstellt, dass für jedes empfindendeOrgan und für den Organismus im Allgemeinen einGleichgewichtszustand besteht, um welchen unsere Ge-fühle sich drehen, derart, dass eine Entfernung un-angenehm, die Rückkehr in den Gleichgewichtszustandaber angenehm empfunden wird, so scheint er sich derletzterwähnten Ansicht am meisten anzuschliessen. Nunbesteht jedoch kein stabiles Gleichgewicht der Nerven-substanz, sondern ein labiles, rein relatives, und es kanndeshalb auch nicht als ein normaler Zustand betrachtetwerden. Wir werden so zu der Annahme geführt, dassdas, was wir fühlen, nicht ein Zustand, sondern eineAenderung unserer Nervensubstanz ist, mit anderenWorten, dass das Gefühl in einem Wechsel, einem Werdenbesteht.
Wenn wir mit den Hülfsmitteln, welche die Pliysio-