HOBAVICZ. 301
sammenhang die einen dieses, die anderen jenes gewordensind“ !).
Er sieht in den psychologischen Fragen nichts alsbeobachtbare Erscheinungen und findet in der meta-physischen Psychologie nur „völlige Eitelkeit und Hohl-heit“. „Soviel wolle man jedoch von unserer Methodenicht erwarten, dass sie uns sogleich die Antwort auf diehöchsten und letzten Fragen gleichsam auf dem Präsentir-teller entgegenbringe. Was die Seele sei, ob Substanzoder Accidenz, was aus ihr nach dem Tode des Leibeswerde, wie Geistiges und Materielles sich gegenseitigbedingen könne, das sind Fragen, welche, wenn nichtauf ewig unserm Forschen entzogen, jedenfalls nicht amEingänge der Untersuchung aufgeworfen werden dürfen.Wenn wir gegen den Materialismus geeifert haben, sorichtete sich dieser Eifer nur gegen die unwissenschaft-liche Anmaassung, welche ihr Glauben und Meinen inForm leichtfertiger Fehlschlüsse der urtheilslosen Masseals unzweifelhaftes Ergehniss wahrer Wissenschaft auf-zudrängen bemüht ist. Wir lassen dahin gestellt, oh dieSeele ein Product des Körpers oder dessen Bildnerin undErhalterin sei, oder in welchem Verhältniss sie sonst zuihrem Leibe stehen möge. Wir brauchen das Wort„Seele“ nicht in dem Sinne einer bereits als solcher er-wiesenen immateriellen Substanz, sondern einfach als Be-griff, als Collectivbezeichnung aller derjenigen Erschei-nungen und Processe, welche man seelische nennt“ * 2 ).
W r ir haben damit einen Ueberblick über Horwicz’sMethode bekommen und können nun ihre Anwendungauf einen bestimmten Fall, die Untersuchung der Gefühle,
x ) Psychol. Analysen I, 100.
2 ) Psychol. Analysen I, 134, 135.