DIE DAUBE DEE PSYCHISCHEN ACTE. 287
Viel seltener ist sie Null oder positiv. Im Kurzen istdas Resultat jahrelanger Versuche, dass wenn man dieSchnelligkeit der Gesichtseindrücke bedeutend wechselnlässt, die Zeitverschiebung positiv wird, sobald sie gewisseGrenzen überschreitet.
Wir haben also gesehen, dass die Apperception jedesEindrucks eine gewisse Zeit erfordert, dass diese abergeringer wird, wenn die Qualität des Eindrucks bekanntist, und dass sie noch geringer wird, wenn der Augenblickseines Eintritts bekannt ist. In solchen Fällen kanndurch die äusserste Spannung der Aufmerksamkeit dieApperception dem wirklichen Eindrücke vorausgehen.Wenn die Reihe der gleichförmigen Eindrücke mit einergewissen Langsamkeit abläuft, so erreicht die Aufmerk-samkeit, welche ausschliesslich auf den störenden Reiz(den Schall) gerichtet ist, ihr Maximum, ehe der Eindruckstattfindet, und wird deshalb mit einem Gesichtseindruckcombinirt, der in Wirklichkeit dem Schall vorhergeht;folglich wird der Schall später gehört. Je schnellerdagegen die Reihe der gleichförmigen Eindrücke abläuft,um so schwieriger wird es für die Aufmerksamkeit, ingenügender Spannung zu sein, ehe der Ton entsteht;folglich wird die Zeitverschiebung immer weniger negativ,dann null, endlich positiv.
Alle diese Beobachtungen führen zu dem Schlüsse,dass die Apperception und die Willensreaction auf die-selbe, im Wesentlichen einen zusammenhängenden Vor-gang darstellen, dessen physiologischer Ausgangspunktin dem Gebiete der centralen motorischen Innervationliegt. Die Apperception und der Impuls zur freiwilligenBewegung sind nur verschiedene Formen der Willens-erregung. Dies ist der Grund, weshalb beide unter allenUmständen so innig an einander gekettet sind, unter ge-