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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIB DAUER DER PSYCHISCHEN ACTE. 285

von einander getrennt sind, so können wir sie entwedergleichzeitig, vor- oder nachher wahrnehmen. Fassen wirsie als gleichzeitig auf, so sind sie für uns Theile einesund desselben Ganzen, sie werden ein Object. Wennnicht, so fassen wir sie immer als discontinuirlich aufunter der discreten Form der Zeit, und diese Form hat,wie man sieht, ihre Quelle in der Qualität der Apper-ception selbst. Das Continuirliche kann für uns nur vonden Stärkeschwankungen derselben Vorstellung, niemalsvon der Juxtaposition zweier Zustände herrühren.

5. Neuen Bedingungen begegnet der Vorgang derApperception endlich dann, wenn eine Reihe in regel-mässigem Wechsel verlaufender Vorstellungen gegebenist, und in diese Reihe irgend ein anderer Eindruck ein-geschoben wird. Dann fragt es sich, mit welchem Gliededer Vorstellungsreihe die hinzutretende Vorstellung durchdie Apperception verbunden wird. Fällt sie regelmässigmit demjenigen zusammen, mit welchem der äussereEindruck gleichzeitig ist, oder können Abweichungenhiervon stattfinden? Auch hier ist der hinzutretendeEindruck entweder ein gleichartiger oder ein disparaterReiz. Im ersten Falle, wenn z. B. ein Gesichtsreiz ineine Reihe von Gesichtsvorstellungen, ein Schallreiz ineine Reihe von Gehörsvorstellungen tritt, so vermag zwarebenfalls die Apperception die Reihenfolge der Vorstel-lungen zu verschieben, aber nur innerhalb der engenGrenze, in der sich dies bei der Einwirkung zweier isolirterEindrücke ereignen kann, so dass zwischen der Ver-bindung der Vorstellungen und der wirklichen Verbindungder Eindrücke keine oder kaum merkliche Differenzengefunden werden.