DIB DAUER DER PSYCHISCHEN ACTE. 267
welche nach einer Vereinfachung der angewandten Appa-rate die Nervengeschwindigkeit unter den verschiedenstenUmständen und für sensorische sowohl wie für motorischeNerven untersuchen konnten J ).
Diese Experimente ebneten zunächst den Weg fürdie Messung der Dauer der psychischen Acte, liefertenaber auch der Rechnung die wichtigsten Elemente. Manbeachte die Bedingungen des Versuchs genau. EinMensch hat eine Empfindung und zeigt sie durch eineReaction, nämlich eine Bewegung an. Nun sind nur dieEmpfindung als Anfangs- und die Bewegung als Schluss-moment unseren Messungsmethoden zugänglich. Zwischenbeiden liegt aber eine gewisse Zeit, welche zum Theil dercentripetalen, zum Theil der centrifugalen Nervenleitungangehört. Nachdem diese beiden Daten bekannt waren,wurde auch die Messung des eigentlichen psychischenActes, d. h. der Perception leichter.
Die directe Messung dieser Dauer wurde zu Anfangder sechsziger Jahre von verschiedenen Forschern undbesonders von Donders versucht. Er bemerkte zuerst,dass die physiologische Zeit, d. h. das Zeitintervall,welches zwischen dem Reize und dem Reactionszeichenverstreicht, nach den angewandten Reizen verschieden ist.Reizt man z. B. die Hand durch einen Inductionsschlag,so findet die Reaction nach 1 / 7 " statt, bei einer Gehörs-empfindung nach 1/ 6 " und bei einem Gesichtseindruckesteigt die Zeit schon auf y s ". Um die Dauer des psychi-schen Actes an sich, d. h. der Perception und Reaction,
J ) Für menschliche Bewegungsnerven beträgt die Geschwindig-keit im Mittel 33,9m in der Secunde (Helmlioltz und Baxt),welches ohne Zweifel auch für die Empfmdungsnerven die richtigeZahl ist. Hermann, Grundriss der Phys. des Menschen, 5. Auf!.,304 u. 305.