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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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WUNDT.

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Es ist beaclitenswerth, dass bisher alles ohne Aus-nahme aus einer einzigen Form geistiger Thätigkeit er-klärt ist, dem Schlüsse. Er bildet zuerst die Empfindung,eint mehrere verschiedene Reihen von Empfindungen undgelangt zur Anschauung des Raumes; er führt zur Unter-scheidung des Ichs von der Aussenwelt, indem er sich aufden Unterschied unserer eigenen und fremder Bewegungenstützt; er bildet den Grund des Gefühls und Wollens; under findet endlich seine natürliche und nothwendige Grenzeim Selbstbewusstsein, welches der letzte Schluss einerlangen Kette von Schlüssen ist, der Schlusspunkt, dieSynthese aller Synthesen. Das Ich kann also nicht alsein selbstständiges, vom Körper getrenntes und ihmgegenüberstehendes Wesen betrachtet werden. Die Acte,aus denen es hervorgeht, sind die psychischen Processeder Empfindung und Wahrnehmung und die physika-lischen Vorgänge in den Nerven und Bewegungsorganen.Auch ist die Entstehung des Selbstbewusstseins ohne dieMolecularbewegung in den Nerven, den Mechanismusder Reflexe, wie ohne die Wahrnehmung unmöglich.Diese Acte stellen sich der Zergliederung einerseits alsDenkacte dar, andererseits lösen sie sich auch in eineReihe von physikalischen Vorgängen auf. Es liess sich derBeweis führen, dass es ein und derselbe einheitliche Pro-cess ist, der das eine Mal in dieser, das andere Mal injener Form erscheint, je nach der Betrachtungsweise undden Untersuchungsmitteln, die wir anwenden.

So gelangen wir wieder zu Wundts Hauptsatze,den er unter verschiedenen Formen wiederholt, und derdas systematische Band bildet, durch das er seine Beob-achtungen, Experimente u. s. w. eint und erklärt. Dasist die Identität von Mechanismus und Logik, vom Physi-schen und Psychischen, vom Unbewussten und Bewussten.

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