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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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FECIINErs KRITIKER.

Obertöne beruht, welche mit bestimmten Intensitätenschwingen. Weniger beweiskräftig ist der Einwand inBezug auf die Tonalität. Da zwei Tonintervalle unsgleich erscheinen, wenn das Verhältniss der Schwingungs-zahlen der beiden Töne für beide Intervalle dasselbe ist,wir aber die Töne nicht als eine bestimmte Zahl vonSchwingungen empfinden, so würde es wenig darauf an-kommen, ob das numerische Verhältniss der Intervalledasselbe bleibt. Im Ganzen läuft die Kritik Ileringsdarauf hinaus, dassdie von Fechner als fundamentalaufgestellten Gesetze nicht nur a priori unwahrscheinlich,sondern auch unrichtig aus den Thatsaclien gefolgert,erweislich fälsch sind; ja, wären sie richtig, so würdensie eine verwirrte und vernünftiger Teleologie wider-sprechende Auffassung der Aussenwelt begründen.

II. Fechners Messungsverführen beruht, wie wirzur Genüge gesehen haben, auf dem Abhängigkeits-verhältniss zwischen der Intensität des Reizes und derdaraus hervorgehenden Empfindung; er misstdieinnere Empfindung durch eine äussere Elle. NachDelboeuf dagegen muss die Empfindung durch ihrenatürliche Einheit, welche nur wieder eine Empfindungsein kann, der Reiz seinerseits durch eine Reizeinheitgemessen werden. Auf solche Weise werden Empfindungund Reiz auf Zahlen zurückgeführt, welche man ver-gleichen kann, um zu sehen, ob sie einem Gesetze unter-worfen sind. Erst nach Auffindung dieses Gesetzes wirdman aus dem Maasse der Empfindung das Maass desReizes durch Rechnung ableiten können*). >

ff In seiner Etüde psychophysique liat Delboeuf den Ver-such gemacht, für die Lichtempfindungen eine Empfindungseinheitzu bestimmen, und hat die Pechnersclien Formeln durch andereersetzt.