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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIB DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

ist, um die Bewegung in den Nerven, die Bedingung fürdie Empfindung, hervorzurufen, so giebt es auch eineGrenze, jenseits welcher die Empfindungen langsamerwachsen, als der Logarithmus des Reizes, und manerreicht endlich einen Punkt, von dem aus durch keineSteigerung des Reizes die Empfindung verstärkt werdenkann. In Bezug auf das Licht lehrt uns schon die täg-liche Erfahrung, dass man bei grosser Dunkelheit nichtsmehr unterscheiden kann, während man von sehr hellemLicht geblendet wird. Nachdem Fechner selbst schondie Ausnahmen des psychophysischen Gesetzes für dieFälle angedeutet hatte, in denen die Lichtempfindungensehr stark oder sehr schwach sind, wiesen Aubert undHelmholtz nach, dass diese Abweichungen vom Web er’-sehen Gesetze sogar noch erheblich grösser sind, alsFechner anfangs geglaubt hatte.

Auf diese Kritiken, welche sich nur auf die Grenzendes Gesetzes und auch nur auf eine einzige Ordnung vonEmpfindungen erstreckten, folgten solche allgemeinerArt 1 ), welche wir mit Fechner unter folgenden fünfTiteln zusammenfassen wollen 2 ):

1. Die Gesetze und Formeln der Psychophysik stimmennicht mit den Thatsachen überein, sei es, dass sie un-richtig aus denselben abgeleitet sind, sei es, dass die Ver-suche vielmehr Abweichungen davon, als Bestätigungendafür ergeben. Namentlich hat in diesen Beziehungendas Weber’sche Gesetz Anfechtungen erfahren; fälltaber dieses Gesetz, so fallen auch die daraus abgeleitetenGesetze.

ÜVon Bernstein, Brentano, Delboeuf, Hering, Lange,Mach, Classen, G. E. Müller u. A.

2 ) Eeohner, In Sachen der Psychophysik, S. 13.