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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIB DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

Nullpunkt dieses Maasstabes, welcher dem Reize von 1 gentspricht, errichte ich eine Senkrechte von beliebigerLänge, durch die ich mir das Gramm repräsentirt denke.Um nun für die um eine Einheit vermehrte Empfindungbei 1 die entsprechende Druckgrösse aufzutragen, mussich die Länge der Senkrechten 0 um V3 vergrössern; bei2 wieder die Länge der Senkrechten in 1 um ;i / ;t u. s. f.Ich brauche also nur zu messen, um wie viel die Liniebei 6 grösser ist, als die bei 0, um zu wissen, welchesGewicht anzuwenden ist, damit ein die Einheit um dasSechsfache übertreffender Empfindungsunterschied ent-steht.

Verbindet man die obersten Punkte der auf unsernEmpfindungsmaasstab aufgetragenen Linien, welche dieReizgrösse vorstellen, so drückt die so entstandene Curveoffenbar die Art aus, wie die Empfindungen von denReizen abhängen, und zwar nicht nur für die Punkte 1,2, 3 u. s. w., sondern auch für die zwischen den Einheitengelegenen Punkte iy 4 , UL . . . Vielleicht ist der Em-pfindungsunterschied, welcher einem zwischen zwei Ein-heiten gelegenen Punkte entspricht, für uns unmerklich,aber man darf daraus nicht den Schluss ziehen, dass erüberhaupt nicht vorhanden sei; denn ich kann zu merk-lichen Unterschieden überhaupt nur gelangen, indem ichgleichsam eine grosse Zahl unmerklicher Empfindungs-unterschiede addire. Die Curve, welche das Steigen desReizes bei gleichmässigem Wachsen der Empfindungrepräsentirt, geht von unmerklichen zu merklichen Unter-schieden über; genau derselbe Uebergang findet natür-lich auch bei der Empfindung statt. Die Curve ist ihrerNatur nach positiv und negativ unendlich, und kann dieLinie X niemals schneiden.

Ehe wir nun, wozu es jetzt an der Zeit ist, versuchen,