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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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LOTZE.

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abgeleitet werden kann. Nach L o t z e lässt diese Schwie-rigkeit sich nur auf die Weise heben, dass man die Wahr-nehmung der Räumlichkeit auf eine Wahrnehmungqualitativer Unterschiede zurückführt, welche durcheine neue Reconstruction des Geistes zu räumlichen Be-ziehungen werden.

Seine Hypothese ist natürlich, wissenschaftlich, stütztsich auf die Thatsachen und drängt sich als ihre wahr-scheinliche Erklärung auf. Lotze bestrebt sich, nach-zuweisen, dass die anatomische Anordnung der Gesichts-und- Tastorgane eine sichere Stütze zu Gunsten seinerHypothese ist.Finden wir irgendwo Veranstaltungengetroffen, um eine Vielheit äusserer Reize in geordnetengeometrischen Verhältnissen auf das Nervensystem wir-ken zu lassen, so sind uns solche Einrichtungen aller-dings als Andeutungen wichtig, dass die Natur aus jenenräumlichen Beziehungen etwas für das Bewusstsein zumachen beabsichtigt. An sich jedoch erklären sie nichts,und es ist nothwendig, überall in den Sinnesorganenzugleich jene anderen Mittel aufzusuchen, durch welchedie Lage der erregten Punkte noch neben ihrer quali-tativen Erregung auf die Seele zu wirken vermag *).Gleichwohl hat er nach unserer Meinung auf diesen Punktnicht hinreichendes Gewicht gelegt. Allerdings war zuder Zeit, als er die medicinische Psychologie schrieb,der anatomische Bau der Endorgane der Gesicht- undTastnerven bei weitem nicht so bekannt, als heute; aberer hat in jüngster Zeit die Frage wieder aufgenommen,ohne auf diese anatomischen Einzelheiten mehr Gewichtgelegt zu haben. Die Physiologen neigen indess zu derAnnahme, dass der Bau der peripheren Nervenendigun-

P Med. Psych. Nr. 289.