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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
erzeugten Gesclimacke und dem von tausend ähnlichenMoleciilen erzeugten, nur ein Unterschied des Mehr oderWeniger. Das gilt für alle intensiven Empfindungen.
Bei den extensiven Empfindungen sind die Bedin-gungen andere, und wird die Sache complicirter. OhneZweifel bestehen auch hier noch Intensitätsverschieden-heiten (wenn man z. B. einen leuchtenden Punkt mit einemleuchtenden Körper, einen rothen Punkt mit einem rothenTuche, die Berührung eines Hautpunktes mit der Be-rührung der ganzen Hand vergleicht); aber zu der Inten-sität kommt noch ein neues Merkmal von der grösstenWichtigkeit: die Ausdehnung.
Um das Problem auf seine einfachsten Ausdrückezurückzuführen, sehen wir von jeder Complication durchSchmerz oder Druck ab, und nehmen an, ein Stecknadel-knopf berühre unsere Haut, oder ein rother Punkt bildesich auf unserer Netzhaut ab. Wie bei den intensivenEmpfindungen entsteht eine Erschütterung der Tast-körperchen und der Stäbchen und Zapfen der Netzhaut,welche Erschütterung durch die Nerven dem Sensoriumzugeleitet wird; aber diese Tast- oder Gesichtsempfindungerscheint uns nicht als eine einfache Modification unsererselbst; sie wird von uns an' einen Punkt unseres Körpersoder eines äusseren Gegenstandes verlegt: sie erhältvon uns ihren Platz im Raume zugewiesen. Hierist also mehr als eine Empfindung schlechthin, hier isteine localisirte Empfindung.
Der Unterschied zwischen den intensiven und denextensiven Empfindungen wird noch deutlicher, wennstatt eines einzigen Punktes, wie gewöhnlich der Fall,mehrere Punkte unserer Haut oder unserer Netzhautgereizt werden. Dann entsteht nicht eine Verschmelzungder Empfindungen in eine stärkere Empfindung, sondern