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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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LOTZE.

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Nimmt man an, dass der durch die Nerven fort-geleitete peripherische Eindruck seinen extensiven Cha-rakter verliert, sobald er ein Bewusstseinszustand wird,so müssen wir noch erklären, wie jedes der Elemente,welche diesen Eindruck ausmachen, sein eigenthümlichesMerkmal und seine Beziehungen zu den anderen Elementenbewahrt; wie es sich von ihnen unterscheidet und sich zuihnen verhält; denn ohne diese Bedingungen ist eineReconstruction der Räumlichkeit unmöglich. Hieraufantwortet die Hypothese der Localzeichen.

Die Tast- und Gesichtsempfindungen sind die ein-zigen, welche — wenigstens klar und unbestreitbar —die Anschauung des Raumes liefern. Hierdurch unter-scheiden sie sich sehr von den Gehör-, Geschmacks- undGeruchsempfindungen. Ein Ton, ein Geschmack, ein Ge-ruch erzeugen eine Modification unserer Organe, die nachder specifischen Eigenschaft jeder dieser Empfindungenverschieden ist, aber auch nichts weiter. Zwischen einemeinzigen Tone und mehreren identischen Tönen, welcheuns gleichzeitig afficiren, besteht nur ein Intensitäts-unterschied, jeder Ton vereinigt sich mit den ihm ähn-lichen, ohne seine Individualität zu behalten; nur dieIntensität der Empfindung wird verstärkt. Ebenso be-steht zwischen dem durch ein riechendes Molecül erzeugtenGerüche und dem von tausend ähnlichen Moleciilen er-zeugten; zwischen dem durch ein schmeckendes Molecül

dnrchschneiden, noch neben einander sind. Diesen Strahlen freilichverschafft die Bewegung, mit der sie zusammenkamen, die Mög-lichkeit, jenseit dieser Brennpunkte in ähnlicher geometrischerLage wieder zu divergiren; in unserem Falle ist es aber nicht eineWiederausbreitung der Eindrücke in einen wirklichen Baum, waswir als Fortsetzung dieses Vorganges verlangen, sondern die Ent-stehung der Vorstellung von einem Baume und der Lage der Ein-drücke in ihm.“