LOTZE.
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gemeine Vorstellung der Farbe. Ebenso ist es mit demRaume. Wir besitzen von ihm nicht zuerst die leereAnschauung, um dann in diese die Bilder von dem, dasauf uns Einwirkungen erzeugen kann, einzuordnen,sondern indem wir den Gesetzen unserer Natur gemässuns gegen die schon erfahrenen Reize verhalten, locali-siren wir zuerst einen Eindruck p neben einen anderen q,indem wir uns eine Linie mn denken, die man das Ele-ment des zukünftigen Raumes nennen könnte; aber nichteine Linie im Raume, denn dieser ganze Raum, in demsie gezogen werden könnte, existirt noch nicht. Erstspäter, wenn wir beobachten, was wir gethan haben, oderwas in uns vorgegangen ist, bemerken wir die Möglich-keit zwei dieser Linien pq, rs durch zwei andere pr,qs zu vereinigen, und bei weiterer Fortsetzung unsererBeobachtungen gewinnen wir die Ueberzeugung, dassdiese Möglichkeit gegebene Punkte zu verbinden, keineGrenzen hat. Dann ist die Anschauung vom unendlichenRaume gebildet; sie ist das Resultat der Combination derelementaren Reactionen, welche der Seele angeborensind und ihr, wie man sagt, a priori angehören“ *).
Es handelt sich also für Lotze nur um die Erklärungder empirischen Entstehung der räumlichen An-schauungen. Damit aber unsere Gesichts- und Tast-empfindungen uns als ausgedehnt erscheinen, muss in unseine Möglichkeit oder Nothwendigkeit vorhanden sein,sie in bestimmter Weise neben einander zu ordnen.Welches sind dann die erfahrungsmässigen Vorrichtungen,die diese Nebeneinanderordnung gestatten?
Der grosse, fast unvermeidliche Irrthum, der jederTheorie vom Raume anhaftet und den Lotze vermeiden
*) Bevue philosophique, Nov. 1877. IV, p. 345.