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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
Inhalt der Empfindungen gedrängt wird; und wederjene Fähigkeit noch diese Nöthigung suchten wir aus denvorausgesetzten physiologischen Verhältnissen jener Local-zeichen zu erklären. Angenommen jedoch, und als eineim Voraus anzuerkennende Thatsache zugestanden, dassdie Seele Raumvorstellungen bilden könne und dazuwillig sei, so entstand noch immer die andere Frage,nach welchen Principien der Auswahl sie in dieser all-gemeinen Raumvorstellung, die sie bildet, der einen Em-pfindung hier, der anderen dort ihre Plätze anweisen, oderwonach sie sich richten wird, um die Empfindungen a und1) als Nachbarn, a und c als entfernt von einander anzu-schauen“ 1 ).
Die allgemeine Anschauung vom Raume wird alsoals ursprünglich gegeben und dadurch aller Erklärungüberhoben betrachtet. Sie ist jedoch für Lotze keineder Erfahrung vorausgehende Entität. „Wir können nichtannehmen, dass die Seele, bevor sie äussere Eindrückeaufgenommen hat, gleich einem aufgespannten Netze,bereit alles aufzufangen, was in sie hineinfällt, die fertigeund abgeschlossene Anschauung eines unendlichen Raumesvon drei Dimensionen entfaltet. Es würde dann vonNeuem die Frage entstehen, wie man es anzustellen habe,die Eindrücke in diese Art von Falle zu treiben, welchein einer Welt aufgestellt ist, in der sie noch nicht vor-handen sind. Das Vermögen auf den Reiz der Licht-wellen durch die Empfindung roth oder grün zu ant-worten, lässt sich nur begreifen als eine der Natur derSeele eigenthümliche und angeborene Reactionsweise, diekeinerlei Deduction gestattet. Nachdem wir diese Em-pfindungen gehabt haben, ziehen wir aus ihr die all-
P Med. Psycli. No. 292.