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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.
alles zu reduciren und zu vereinfachen; für ihn existirenkeine besonderen Vermögen, wie Gedächtniss, Einbil-dungskraft, Vernunft und dergleichen, sondern nur vier„Grundproeesse“, auf welche jede geistige Thätigkeitsich zurückführen lässt.
Erster Grundprocess: „Von der menschlichen Seelewerden infolge von Eindrücken und Reizen, die ihr vonaussen kommen, sinnliche Empfindungen und Wahr-nehmungen gebildet. Für die Erzeugung dieser sinn-lichen Empfindungen werden also als nothwendig vor-ausgesetzt gewisse äussere Elemente (Reiz, Eindrücke),und innere Kräfte oder Vermögen, aus deren Vereini-gung Empfindungen und Wahrnehmungen entstehen.“Man könnte fragen, oh diese Urvermögen nicht lediglichdie Seelen vermögen in anderer Form wären, doch darfman nicht vergessen, dass die Seele, welche Vorstellungman von ihr sich auch machen möge, nicht als reineAbstraction aufgefasst werden kann, sondern wenigstensgewisse Fähigkeiten der Reaction haben muss. Weiterwill auch Beneke nichts sagen. Unter seinemUrver-mögen versteht er nur die Möglichkeit, auf äussere Ein-drücke zu reagiren, sich mit ihnen zu verbinden und sodie Bedingungen einer Weiterentwicklung zu liefern.Ueberweg bemerkt, man könne sich von diesen Ur-vermögen eine verliältnissmässig passende Vorstellungmachen, wenn man sie mit den Gehirnzellen, „den elemen-tarsten Theilen der psychischen Substanz“, vergleiche,und wenn auch Beneke einen derartigen Vergleichnicht angestellt hat, so würde er doch mit seinen Prin-cipien sehr wohl in Einklang stehen.
Zweiter Grundprocess: „Der menschlichen Seele
bilden sich fortwährend neue Urvermögen an.“ DieseHypothese stützt sich darauf, dass von Zeit zu Zeit ge-