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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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herbarts schule.

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vergebens nach Resultaten. Die Artikel, welche sie wäh-rend ihres zwanzigjährigen Bestehens veröffentlicht hat,behandeln hauptsächlich Religiousgescliichte, Sprach-wissenschaft, Anthropologie, Sittengeschichte, Rechts-wissenschaft und Politik und reine Philosophie. Nichtwenige sind anziehend geschrieben, aber sie sind meistmehr literarisch als wissenschaftlich behandelt und müs-sen dem Kenner oft zu wenig eingehend, dem Philo-sophen zu arm an allgemeinen Ideen erscheinen. Aller-dings ist der unternommene Versuch so gross und daszu lösende Problem so vielseitig, dass eine zwanzig-jährige Arbeit noch nicht viel sagen will. Aber mankann billig verlangen, dass einige allgemeine, wenn auchnur provisorische Gesichtspunkte, aus diesen Untersuchun-gen sich ergeben, und die Urheber des Unternehmenshaben jedenfalls die Pflicht, von Zeit zu Zeit die Bilanzihrer Errungenschaften zu ziehen. In dieser Beziehungscheinen die englischen Anthropologen die Aufgabe derVölkerpsychologie besser verstanden zu haben. Sie liefernMonographien, und wenn sie auch vor allem bemühtsind, Thatsachen zu sammeln, so haben sie doch wirbrauchen nur an Lubbock, McLennan, Tylor zuerinnern manche sehr interessante Schlüsse aus den-selben gezogen. Es wäre zu wünschen, dass einer derMitarbeiter der Zeitschrift für Völkerpsychologie dasMaterial derselben in gleicher Weise verwerthete.

In seinem System der Logik hat Stuart Mill dieMethode der Ethologie, d. h. der Wissenschaft desCharakters (worunter ebenso die Bildung des Volks-charakters wie die des individuellen Charakters verstan-den ist), aufgestellt und daraus eine rein deductiveWissenschaft gemacht. Nach ihm sucht die auf Beob-achtung und Erfahrung gegründete Psychologie die