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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
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DIE DEUTSCHE PSYCHOLOGIE.

lässt. Man darf die Versuche der Ilerbartschen Schulenicht mit jener angeblichen mathematischen Philosophieverwechseln, die nur in einem leeren Formelspiel, Deduc-tion und willkürlichen Rechnungen besteht. Die mathe-matische Psychologie macht keinen Anspruch darauf, dieganze Psychologie zu umfassen. Sie enthält sich jederUntersuchung über die Natur der Seele, über ihr Ver-hältniss zum Körper, und über den Ursprung der Vor-stellungen; sie wendet die Rechnung nur auf einfacheThatsachen an. Sie macht es sich einfach und mitRecht zur Aufgabe, eine Methode zu suchen, mittelsderen sie die genaue Formel für die allgemeinen Gesetzeder wechselseitigen Beziehungen der Vorstellungen findenkann, und versucht eine Mechanik der intensiven Zuständedes geistigen Lebens aufzustellen.

Man hat dagegen eingewandt, dass es unmöglich sei,einen Maassstab für psychische Grössen zu finden, unddaraus auf die Unfruchtbarkeit der mathematischenPsychologie geschlossen. Der Einwand wäre zutreffend,wenn es sich darum handelte, die Rechnung auf concreteZustände anzuwenden. Es handelt sich aber darum,Verhältnisse zu bestimmen, und keineswegs darum, dieZustände des Bewusstseins seihst mit einem festen Maass-stabe zu messen. Man wendet ferner ein, dass die Ver-hältnisse, mit denen die Psychologie sich beschäftigt,eher qualitative als quantitative seien, und dass die letz-teren sich nicht isoliren lassen. Diese Bemerkung istin vieler Beziehung richtig, sie müsste sich nur gegenein System kehren, welches die Mathematik auf die ganzePsychologie anwenden wollte.

Dass die bisherigen Versuche von zu einfachen undsystematischen Hypothesen ausgegangen, dass sie denProblemen der reinen Mathematik zu sehr nachgeahmt