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Die experimentelle Psychologie der Gegenwart in Deutschland
Entstehung
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HERBART.

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Wenn wir auch zugeben was immerhin möglichist, ohne dass es jedoch irgendwie bewiesen wäre, dassin Zukunft die Rechnung in der Psychologie angewandtwerden könne, wie sie in der Physik seit langer Zeitangewandt wird, so kann diese letzte Phase der Wissen-schaft doch erst erreicht werden, wenn die Psychologieauf die Biologie, diese wieder auf immer weniger zu-sammengesetzte Wissenschaften und schliesslich auf dieMechanik zurückgeführt worden ist. Auch heute nimmtdie Psychologie nicht zu einer abstracten Mechanik, d. h.zu abstracten Beziehungen zwischen abstracten Kräften,ihre Zuflucht, sondern sie beschäftigt sich lediglich mitder Mechanik der Nerven, und diese Aufgabe ist schonschwierig genug. Wir begreifen besser als vor fünfzigJahren, dass der Uebergang von der Psychologie zurMechanik kein unmittelbarer sein kann.

Wir wollen zum Schlüsse das Urtheil eines derjüngsten Schüler Herbarts, Volkmann von Volk-mars anführen.Die mathematische Psychologie istnicht, wie Fortlage behauptet hat, ein sinnreiches Spielmit eingebildeten Grössen; sie unterwirft alle quantitativenBestimmungen, welche wir nothwendigerweise in einempsychologischen Gebiete treffen, einer systematischenUntersuchung. Die Vorstellungen von Action und Reac-tion, von Intensität der Vorstellungen, von Bewegung derverschiedenen Thatsachen des Bewusstseins finden wirunter irgend welchen Namen in allen psychologischenSystemen, sogar in der Sprache des täglichen Lebens.Es ist gewiss, dass diese Thatsachen, wenigstens theil-weise, einen quantitativen Charakter haben. Die mathe-matische Erklärung unterscheidet sich also von der ge-wöhnlichen Auffassung nur dadurch, dass sie genau unddeutlich das festzustellen sucht, was diese unbestimmt