HERBABT.
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Hemmung aufarbeitet“. Die Leidenschaften entspringen„aus einer übermässig starken und übel ver-bundenen Vorstellung oder Vorstellungsmasse. Siesind demnach nicht selbst Begierden (Acte des Begehrens),sondern Dispositionen zu Begierden, welche in derganzen Verwebung der Vorstellungen ihren Sitz haben.Und aus diesem Grunde lässt sich begreifen, dass es nichtbloss einzelne Leidenschaften, sondern leidenschaft-liche Naturen giebt, ja dass überhaupt der Zustandder Rohheit in der Regel mit allgemeiner Leidenschaft-lichkeit behaftet ist. Denn je mehr die Vorstellungenvereinzelt geblieben, je weniger sorgfältig und regel-mässig sie unter einander verknüpft sind, desto gewalt-samer wirkt jede für sich allein, sobald sie aufgeregt ist,und erweckt und erträgt nur diejenigen, welche, ohne siezu hemmen, mit ihr in Verbindung treten können.“
So finden wir überall in Herbart’s Psychologie dieVorstellung, welche alle Besonderheiten des geistigenLebens und sogar seine Einheit erklärt. Während dieälteren Psychologen eine Vorstellung nur dann für mög-lich erklärten, wenn das Bewusstsein auf sie gerichtet sei,erklären Herbart und seine Schule letzteres nur füreine Summe vorhandener Vorstellungen, für eine Wirkungund nicht für eine Ursache. Wie ein Gegenstand derPunkt ist, in welchem verschiedene Vorstellungsreihensich treffen, so ist das Ich der Punkt, in welchem alleunsere Vorstellungsreihen zusammenlaufen, und die Vor-stellung des Ich oder das Selbstbewusstsein entsteht nurdadurch, dass wir diesen Punkt von den einzelnen Reihenablösen, welche sich in ihm schneiden.
4. Eine vollständige Kritik der Herbart’schenPsychologie können wir hier nicht versuchen. Eine