HERBART.
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aus der Geschichte herausreissen.“ Während heute solcheAeusserungen fast trivial zu nennen sind, mussten sie vorsechzig Jahren, da die Metaphysik in Deutschland unbe-schränkt herrschte, von einer ans Paradoxe streifendenOriginalität erscheinen.
Die Vorliebe für positive Thatsachen in der Psycho-logie hat Herbart zu einem erbitterten Gegner der„Seelenvermögen“ gemacht, die er hei jeder Gelegenheitbekämpft. „In den neueren Zeiten ist die Psychologievielmehr rückwärts als vorwärts gegangen. Locke undLeihniz waren, in Rücksicht auf diese Wissenschaftbeide auf besserem Wege, als auf dem wir durch Wolffund Kant sind weiter geführt worden. Die letztgenanntensind nämlich die eigentlichen Absonderer der Seelen-vermögen, und müssen als solche zusammengestellt werden,soweit sie auch übrigens von einander abweichen. Dennwenn zu den unwissenschaftlich entstandenen Begriffenvon dem, was in uns geschieht, die Voraussetzung vonVermögen, die wir haben, hinzugefügt wird, so ver-wandelt sich die Psychologie in eine Mythologie. Dieempirische Psychologie erzählt von Vorstellungsvermögen,Gefühlsvermögen und Begehrungsvermögen; sie ordnetdiesen drei Vermögen, als ob es Gattungsbegriffe wären,andere Vermögen unter, z. B. Gedächtniss, Einbildungs-kraft, Verstand, Vernunft; ja in dieser Unterordnunggeht sie noch weiter, indem sie ein Ortsgedächtniss,Namengedächtniss, Sachgedächtniss, einen theoretischenund praktischen Verstand u. s. w. aufweist. Ist nun wohlhier ein Ende der Unterordnung? Und ist das Allge-meine, dem etwas subsumirt wird, eine Thatsache? Ge-wiss nichts weniger; alle Thatsachen sind etwas Indivi-duelles, sie sind weder Gattungen noch Arten. Die letz-teren aber müssen durch eine regelmässige Abstraction