459
Ich sagte, dieser Ausruf sei ohne Folgen geblieben, schon Willen(Kreuzzüge I. 28.) hält, freilich ohne Gründe dafür anzuführen, denhiernach unternommenen Zug der Pisaner nach Syrien für unwahr-scheinlich. In der That erwähnt ihn nicht eine weder frühere nochspätere Pisanische oder morgenländische Nachricht; er ist ganz undgar erfunden, und die Quelle dieser Erdichtung, so viel ich sehe,vollkommen nachweislich. Der Herausgeber des Gerbert'schen Aus-satzes bei Uongnot X. x. 426 bemerkt dazu: Onrborting, bnoo, Uivotociooontö sx t. III. ItnI. sei', p. 400 1?i8nnornni nniino8 näoo nioviiaäliortntio, nt illioo muri ss oonunisorint sto. Auf diese NachrichtD. Rivets bauend, haben die Spätem — auch Michaud noch —-unbedenklich von einer Heerfahrt der Pisaner im Anfang des 11. Jahr-hunderts erzählt: ein ganz neuer Feldzug nach Syrien ist aus dieseWeise erschaffen worden. Muratori aber, Rivet's Gewährsmann,hat an nichts weniger als an einen syrischen Krieg im Jahre 1000gedacht. In der angeführten Stelle ist er bemüht, die Verdiensteder Pisaner um den römischen Stuhl darzulegen: zum Erweis ihreschristlichen Eifers zählt er die Pisanischen Kriege gegen afrikanischeund spanische Saracenen auf, unter Johann XVIII., Benedikt VII.,Johann XX. und Victor III., glänzender aber als Alles sei ihr Zugunter Erzbischof Dagobert im Jahr 1099, ihre Theilnahme also andem großen Kreuzzug gewesen. Hier kommt er nun auf das SchreibenSylvester H. vom Jahr 999, dies vor Allem habe ihren Eifer ge-spornt und ihre Begeisterung erhöht: so wie Baronius n. 1003deshalb Sylvester den ersten Kreuzprediger nenne, so haben diePisaner, zuerst dem folgend, den heiligen Krieg begonnen. Mit denletzten Worten, wie deutlich erhellt, hat Muratori nur jene afrikanischenZüge bezeichnen wollen, es ist also ein reines Mißverständniß, hier-aus eine besondere Unternehmung auf Syrien zu folgern.
Union, nci a. 1003 hat nichts als den Brief Sylvester's undnicht eine Silbe von einer Expedition; das Datum 999 für denBrief beruht aus bloßer Conjectur.