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Geschichte des ersten Kreuzzuges
Entstehung
Seite
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schicke bestimmt und geregelt hätte; aber ein Charakter ist er dochvon unerschütterlicher Art, der trotz aller Einwirkung der überlegenstenKräfte sein Wesen behauptet, und in der Strenge geistiger Bestre-bungen seine rüstigeren Gefährten hinter sich zurückläßt. Ohne Frageist Boemund geistreicher und gewandter, Raimund erregbarer undunruhiger gewesen; von den übrigen Fürsten verdient sich Robertvon Flandern durch den Glanz turnierartiger Einzelnkämpse denNamen: Sohn des heil. Georg, und Stephan von Blois tritt durchdas Talent der Repräsentation eine Weile an die Spitze des Heeres:aber den letzten Gewinn dieses geistlichen Krieges dahinzunehmen,verdiente dennoch mehr als sie Alle der von Allen übertroffene, anssein geistliches Ziel sich beschränkende Herzog von Lothringen. EineFestigkeit solcher Art, sich nie und nirgend irren zu lassen, ist immernichts Geringes; wenn auch niemand behaupten wird, daß sie ansich schon den Anspruch auf geschichtliche Größe begründe. Inunserem Falle wenigstens ging sie nicht so sehr aus freier sittlicherEntschließung, als aus dem Gefühle des Unfähigkeit außerhalb diesesKreises zu wirken, hervor: damit hängt unmittelbar zusammen, daßsie nur negativ und abwartend, nicht zeugend und herrschend zurErscheinung gekommen ist.

Treten wir an dieser Stelle aus den Punkt zurück, von demunsere' Betrachtung des ganzen Krieges ausging, so begreifen wirwir nun wohl (abgesehen auch von der Thatsache, daß eben Gottfried undkein Anderer König des heil. Grabes geworden ist), die Vorliebe, mitwelcher das Abendland dessen Andenken verherrlicht und dem Heldenein neues Leben erschaffen hat. Die Gesinnung, die er bis zu tadel-hafter Vernachlässigung anderer Potenzen festhielt, erkannten wir fin-den ganzen Umfang des Occidents als die Schöpferin des Unter-nehmens an; wir sehen hier, daß sie auch bei dem Verlaufe desKreuzzuges die wesentlichen und ihr gleichartigen Richtungen fest imAuge gehalten hat. Es ist Zeugniß für den unbewußten aber nichtzu irrenden Tact der Sage, daß für sie kein anderer der glänzendenund thatkräftigen Helden den Herzog von Lothringen zurückdrängenkonnte, obgleich sie selbst etwa die Eroberung von Antiochien mitglänzenderen Farben ausschmückte, als die Einnahme von Jerusalem.Bemerkten wir doch schon früher, daß ihre einzelnen Theile sämmtlichvon ritterlichen und poetischen Elementen durchdrungen find, aber