er war, sanft und in der Furcht des Herrn, leistete dem Verlangendes Patriarchen Genüge. Dagobert behauptete aber, der Stuhl desPatriarchates bedürfe zu anständiger Ausstattung eines bestimmtenGrundbesitzes, er fordere deshalb zunächst ein Viertel der StadtJoppe. Gottfried trat dies denn auch am 2. Februar 1100 in allerForm und Feierlichkeit ab. Kaum war es geschehen, so erhob Dago-bert den zweiten, wichtigeren Anspruch: die Stadt Jerusalem, heiligund dem Herrn geweiht, erfordere einen geistlichen, keinen weltlichenOberherrn, so wie es der Clerus schon vor der Eroberung behauptethabe; auch stehe dem Patriarchen ein sehr bestimmtes, irdisches undwohlerworbenes Recht darauf zu: in der Zeit der Unterdrückung seier der einzige, von niemanden bestrittene Oberherr der Stadt gewesen,so weit sie christliche Bevölkerung gehabt habe: er verlange also vondem christlichen Fürsten nur die Restitution in die Rechte, welchedie heidnischen Emire ungekränkt gelassen. Die Thatsache war ingewissem Sinne richtig: durch einen Vertrag zwischen Kaiser Con-stantia Monomachos und dem ägyptischen Chalifen Daher war denChristen in Jerusalem ein Stadtviertel zu ausschließlicher Bewohnungunter Jurisdiction des Patriarchen angewiesen worden — trotzdemist die Haltlosigkeit der hieraus gegründeten Forderung zu deutlich,als daß eine nähere Erörterung derselben hier noch nothwendig wäre.Freilich ist nicht minder gewiß, daß er seine Zwecke erreichte: amersten Ostertage übertrug Gottfried dem Patriarchen in Gegenwartdes Clerus und Volkes Jerusalem mit dem Davidsthurme und allenPertinenzen. Bis das Reich durch die Erwerbung von ein oder zweiStädten erweitert sei, sollte jedoch der Herzog den Nießbrauch derStadt behalten: falls er unterließ ohne männliche Erben mit Todeabginge, würde die Stadt ohne Widerspruch dem Patriarchen zuüberantworten sein. Für das Ganze gelobte sich Gottfried als denLehnsträger des heiligen Grabes und des Patriarchen, und versprachdie Sache Gottes und des Patriarchen nach Kräften zu vertheidigeu.
Erinnern wir uns hier einer früher erwähnten Stelle Albert's:nach der Eroberung Antiochiens, sagt er, installirten die Fürstenvor allen Dingen den so lang unterdrückten Patriarchen, dann über-trugen sie Boemund die Leitung des Weltlichen, als dem Vogte deskirchlichen Fürsten. Im Wesentlichen hatte sich nun das Verhältnißin Jerusalem dahin festgestellt: Albert's Nachricht zeigt, wie sehr