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Geschichte des ersten Kreuzzuges
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führten. Indessen fehlte viel, daß das fatimidische Reich damalsnoch an innerer Kraft den Seldfchuken beigekommen wäre, und dieBesieger Kerbuga's hatten wahrlich wenig Grund, hier für den Ruinihrer Sache ernstlich besorgt zu sein.

Auch war in dem Heere der Kreuzfahrer zum wenigsten keinegeringere Energie, als in dem Sommer des vorigen Jahres. Wiesie damals von schrankenloser Verzweiflung vorwärts getrieben wurden,so drängte sie jetzt eine jubelnde Begeisterung, die kein Hindernißund keine Unmöglichkeit mehr anerkannte. Sie eilten in die Schlacht,heißt es, wie zum Schmaus und zum Feste; wir dachten, sagt Raimund,die Feinde seien furchtsam wie die Hirsche und unschuldig wie dieLämmer, denn wir wußten, daß der Herr für uns stritt. Freilichwaren ihre Pferde hinfällig und die Rüstungen ohne Glanz, dieMehrzahl der Streiter selbst kam arm und abgerissen wie vor Antiochienin das Feld, zunr Theil ermüdet von Strapazen und Mangel odererschöpft durch den wilden Genuß der letzten Wochen aber in derSchlacht trieb es sie um so eifriger, denn dort, und dort allein,wußten sie Beute, Genuß und Erholung zu finden. Das Kreuz unddie Lanze des Herrn ging ihnen vorauf, in Jerusalem beteten diePriester und Schwachen um den Sieg eine andere Besatzunghatte die Stadt nicht wie hätte es ihnen diesen Feinden gegenüberfehlen können? Höchst bezeichnend, wenn auch wenig begründet, istdas Bild, welches Albert von seinen Pilgern überliefert?) Er um-giebt sie auch hier mit aller irdischen Pracht: mit Musik und Saiten-spiel ziehen sie aus, die Harnische leuchten, die Fahnen flattern imWinde er kennt nun einmal kein Innerliches ohne den entsprechen-den körperlichen Ausdruck dafür. Der Emir von Ramla, den Christenbefreundet, tritt zu Gottfried und fragt: welch ein Volk ist das,so voll von Jubel und Lust, während es dem Verderben und Tod ent-gegengeht? Der Herzog, von Christi Glauben erfüllt, undversehen mitgeistlicher Antwort", sagt: dies Volk ist heute der himmlischen Kronegewiß und wer umkommt, wird zu einem besseren Leben eingehen;wir leben ein ewiges Leben im Blute Jesu Christi. Wir wissen

1) Raim. p. 180.

2) Das Kreuz ist aller Orten erwähnt, von der Lanze spricht Raimund.

3) S. 286. 287.