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Geschichte des ersten Kreuzzuges
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lichen Gaben hochgeachtet. Man kann nicht sagen, daß er auf denGang der Ereignisse einen großen Einfluß geübt hätte; was hier mitBewußtsein und Erfolg geschah, ist fast ausschließlich dem Fürstenvon Tarent zuznschreiben. Allein seine sittliche Wirksamkeit war un-ausgesetzt und nachdrücklich, aus Disciplin und Eifer der Truppenwie auf Thütigkeit und Eintracht der Fürsten. Den geistlichenCharakter endlich und die geistliche Einheit des Zuges hielt er injedem Momente aufrecht. Gerade in diesem Zeitpunkte, als weltlicheInteressen und offener Zwiespalt die Verbindung des Heeres iminnersten Kerne aufzulösen drohten, mußte sein Abscheiden von hoherBedeutung werden. Die einzige gesetzlich anerkannte Behörde unddie letzte unbedingt respectirte Schranke wurde damit dem Streite derParteien hinweggeräumt. Zunächst ergriffen die Fürsten den Anlaß,ihrem höchsten Oberhaupte, dem Papste zu Rom, Nachricht von ihrenErfolgen zu geben, und ihn zu bitten, er möge jetzt nach dem Todedes Legaten sich selbst an ihre Spitze stellen. Aber außer einigenErmahnungen, die Urban im Abendlande ausgehen ließ, hatte ihrSchreiben keine Wirkung.

Gottfried versammelte bald darauf eine beträchtliche Anzahl Frei-williger zu sich, mit denen er den Euphrat überschritt, um seinenBruder Balduin in Edessa heimzusuchen. Eine Menge besondersgeringerer Pilger, folgte ihm nach, durch den Ruf ihrer guten Auf-nahme gelockt; sie fanden Balduin im vollen Besitze einer reichen,aber keineswegs mühelosen Herrschaft. Zwischen Antiochien undEdessa gab es keine Feinde mehr, sonst war noch Kamps an allenGrenzen, und zuweilen regte sich unter den Armeniern Unzufrieden-heit mit dem fremden Beherrscher. Ein Näheres darüber liegt außer-halb des Planes dieses Buches; es ist hinreichend an die früher ge-machte Bemerkung zu erinnern, daß Albert's Angaben über Edessa,wenn auch nicht authentisch im Einzelnen, doch im Ganzen unter-richtend erscheinen. Zu erwähnen ist noch die Unternehmung Gott-fried's gegen die Burg Ezaz auf dem Gebiet von Aleppo, deren Be-fehlshaber Omar ihn gegen einen Angriff Ridwan's zu Hülfe ge-rufen hatte. Wir sind darüber von drei Seiten her unterrichtet,durch Raimund, Albert und Kemaleddinff, abweichend zwar im Em-

il Laim. p. 157, Keinaleddin bei Willen und Röhricht. ^Ib. IV. 5.