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Geschichte des ersten Kreuzzuges
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Frömmigkeit in das rechte Licht zu stellen. Letzteres geschieht aufdas Kräftigste in der Antwort, womit der Herzog den BeistandBoemund's für einen offenen Krieg mit Alexius zurückweist: er seinicht ausgezogen, um christliche Reiche zu stürzen, er wolle, wo mög-lich mit des Kaisers Hülfe, christliche Waffen gen Jerusalem tragen.Albert führt diesen Antrag an als entscheidend für den Entschlußdes Kaisers, sich zu demüthigen, Alexius habe unmittelbar hernachseinen Frieden mit Gottfried geschlossen. Nach dem Zusammenhangbei Albert, wie erwähnt, fiele das in den Januar, nach dem Datumder Thatsache selbst in den April 1097: was soll man nun überden Werth der ganzen Nachricht urtheilen, wenn die Gesandten, vonGottfried zurückgewiesen, zu Boemund nach Apulien zurückkehren?während Boemund schon zu Weihnachten in Castoria, gegen Osternin Constantinopel eintraf. Und wenn wir dies Alles fallen ließen,wenn wir, um die Nachricht selbst zu retten, ihr Datum einzig nachder Connivenz der Umstände zu bestimmen versuchten — in diesemFalle macht uns die Geschichte selbst eine Abweichung von den Grund-sätzen der geschichtlichen Kritik unmöglich. Denn wir überzeugen unssogleich, daß alle authentischen Quellen uns bei Boemund zur An-erkennung einer völlig entgegengesetzten Poliük nöthigen müssen.

Boemund nämlich war von Anfang an entschieden über denWeg, den er in diesen Angelegenheiten einzuschlagen gedachte. SeinePläne gingen auf die Gründung einer Macht im Orient und zwarzunächst mit Benutzung der griechischen Streitkräfte selbst. Ihmwar ein gutes Vernehmen mit Alexius schlechterdings nothwendig;wir werden sehen, wie er auf das Festeste in dieser Politik bis zuder Einnahme von Antiochien beharrte. Auch ließ sich nur einMoment denken, in dem er auf glücklichen Erfolg eines griechischenKrieges hätte hoffen können: es war das der Augenblick, den Albertauch für seinen Antrag gewählt hat, damals, als Gottfried in offenemStreite mit Alexius stand. Dann aber, am 1. April, hätte er, einensolchen Plan im Sinne, sein Heer verlassen und sich in der Gesell-schaft und unter der Aufsicht griechischer Gesandten allein aus denWeg nach Constantinopel gemacht? Es ist daran nicht zu denken,und die ganze Sache als ein Erzeugniß jener Meinung des Occidentsüber Boemund's Absichten zu bezeichnen. Es findet sich zu dieserSage ein völlig entsprechendes Gegenbild, Orderich erzählt denselben