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Jahr benachbarte reichere Landstriche mit ihren Plünderungszügen.
Voll von Kraft, Einfachheit und Begehrlichkeit treten sie im 10. Jahr-hundert mit der damals höchst cultivirten muhamedanischen Welt inBerührung.
Zwar hatten schon früher zahlreiche Auswanderungen Stattgehabt, einzelne Horden hatten sich zu dauernder Selbstständigkeit imwestlichen Asien festgesetzt und schon seit dem 9. Jahrhundert wurdensie wichtig als Leibwachen der Chalifen zu Bagdad und Kahira,später auch bei kleineren Emiren. Aber dies Alles ist mit den Er-eignissen des angegebenen Zeitpunktes weder an unmittelbarer Be-deutung, noch in der Dauer seiner Folgen zu vergleichen. Damalserfüllt eine allgemeine Unruhe jene Steppen: zuerst erhebt sich einSchwarm nach Westen, erfüllt das Kiptschak, die Ebenen daraufzwischen Don und Donau und fällt endlich — wir erwähnten be-reits mit welchem Ungestüm, denn von den Petschenären ist hier dieRede — das byzantinische Reich an?) Auf einer anderen Seitekommt mit 100 Reitern, 1500 Kameelen und 150000 Schafen einHordenführer, Seldschuk, nach Dschund bei Bochara; seine Enkel,durch wachsenden Zugang verstärkt, überwältigen die persischen Emi-rate, bemustern sich des Chalifen zu Bagdad und erreichen bis zumEnde des 11. Jahrhunderts die Ufer des Bosporus. Faßt manbeide aus einem Stamme entsprungene Völker zusammen, so erkenntman, welche Stellung die Turkmanen sich damals erobert hatten.
Beide Ufer des schwarzen Meeres waren in ihrer Hand und derganze Orient, bis auf den kleinen Rauni zwischen Adrianopel und -t
dem Bosporus, den letzten Rest der römischen Herrschaft, ihren sieg-reichen Kriegshaufen geöffnet. Denn auch ihre südlichen Nachbarn,die Fatimiden von Aegypten, hatten kein besseres Schicksal gehabt.
Bereits zwischen 1073 und 1075 schränkte sie Melekschah auf ihreafrikanischen Besitzungen ein: sie, welche vor etwa zwanzig JahrenSyrien beherrschten, in Arabien mächtig waren und selbst auf dieResidenz der sunnitischen Chalifen Angriffe versuchen konnten.
So glänzend und furchtbar dies Reich indessen erscheinen mochte,so fehlte doch viel, daß es einer wahren inneren Festigkeit theilhaftiggewesen wäre. Die eigentliche Eroberung war mit unendlicher
1) Dies und das Folgende nach Hammer Gemäldesaal V. S. 1 flg.
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