Druckschrift 
Geschichte des ersten Kreuzzuges
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

49

der glücklichen Weise, wie sie dies Abenteuer zu Ende brachten.Später gelangen sie nach Kaiphas, damals zu Tancred's Herrschaftengehörig, der, wie bekannt, eines der Häupter der Opposition gegenBalduin's Nachfolge war. Fulcher denkt nun keineswegs an eineErörterung dieser Verhältnisse, er sagt ganz kurz: wir gingen nichtin Kaiphas hinein, weil Tancred damals bösgesinnt war, fährt aberdann fort: Tancred war abwesend, seine Leute verkauften uns jedochBrod und Wein vor den Mauern, da sie uns wie Brüder betrachtetenlind uns zu sehen bemüht waren. Ebenso etwas weiter unten: alswir uns Jerusalem näherten, kamen in feierlichem Zug dem Königeentgegen die Geistlichen und Weltlichen sämmtlich, auch die Griechenund Syrer, mit Kreuzen und Lichtern, die mit Freuden und Ehrenund helltönenden Stimmen ihn empfingen und in die Kirche desheiligen Grabes führten. Daraus wird die Erzählung wieder äußerstknapp: der Patriarch Dagobert war nicht gegenwärtig, er war beiBalduin verleumdet und ihm bösgesinnt, deshalb saß er aus BergZion, bis seine Böswilligkeit ihm verziehen war. Von Grund undInhalt der Streitigkeiten nicht eine Sylbe: wer sollte hiernach denken,daß die ganze Form für die Existenz der christlichen Reiche im Orientdamals auf dem Spiele gestanden hat? Auch den König selbst unddessen eigentliche Regierungsthätigkeit bedenkt er nicht besser: er fährtan jener Stelle fort: sechs Tage blieben wir in Jerusalem, ruhtenuns aus und der König traf seine ersten Einrichtungen, dann brachenwir wieder aus. Es folgt dann ein ausführliches und höchst leben-diges Reisejournal, wenn man so will, über den ganzen südlichenTheil des Reiches. In folgender Weise kommt er später aus einekurze Darstellung des zweiten Kreuzzuges. Er war 1102 mit demKönig auf einer Expedition gegen Askalon in Joppe: dort waren,erzählt er, mehrere Ritter, die günstigen Wind abwarteten, um bald-möglichst nach Frankreich zurückzusegeln. Die waren sämmtlich ohnePferde, sie hatten sie im vorigen Jahre auf einem Zuge durch Ro-mainen mit allem Hab und Gut verloren: davon mag nicht un-passend hier eine kurze Meldung geschehen?)

Man sieht hieraus leicht, worin der große Werth des Buches

1) Aehnlich sind manche Notizen über äußerlich auffallende Dinge, Landcs-produkte, fremde Sitten rc., S. 401 über das Wasser dcs.todten Meeres, S. 407über den Kirchengesang in Jerusalem rc.v. Sybel, Geich, d. ersten Kreuzznges.

4