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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Achtzehntes Kapitel.

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ziehung ist es richtig, in anderer aber nicht", so macht eine solche Ant-wort die Zuhörer confns und sie werden unruhig. In allen übri-gen Fallen muß man sich nicht auf Fragen einlasscn; denn wenn derGegner Stand hält, so meint der Zuhörer, man habe eine Schlappeerlitten, zumal, da es nickt wohl thunlich ist, viele Fragen zu thun,weil man die schwache Fassungskraft des Zuhörers berücksichtigen muß.Aus demselben Grunde muß man auch die Enthymeme möglichst kurzfassen.

5. Hat man selbst zu antworten, so muß man erstens, wenn dieFrage Doppelsinniges enthält, die Sache in seiner Entgegnung ge-hörig unterscheiden, und keine Antwort in Bausch und Bogen geben.Enthält aber zweitens die Frage einen scheinbaren Widerspruch, somuß man dessen Lösung sofort in der Antwort geben, und so demGegner keine Zeit lassen, seine zweite Frage >) zu thun, oder seineSchlußfolgerung zu ziehen. Denn es ist nicht schwer, vorauszuschen,wohinaus die gegnerische Rede will. Indessen dieser Punkt und diehierher gehörigen Bescitigungsmittel der Widersprüche dürfen wir alsaus der To pik bekannt ansehcn.

6. Wird aber vom Gegner der Schluß wirklich gezogen^), undspricht der Gegner die Folgerung als Frage aus, so muß man alsAntwort den Grund angebcn. Z. B. als Sophokles vom Peisandrosgefragt wurde, ob auch er, gleich den übrigen Probulen, dafür ge-wesen sei, den Rath der Vierhundert einzurichten, bejahte er dieß.Aber wie? schien dir dieß nicht eine schlimme Maßregel?" Er be-jahte auch dieß.Nun, also hast du dich an dieser schlimmen Maß-regel betheiligt?"Allerdings,"" gab er zur Antwort,denn eSgab damals keine bessere""^). Ein anderes Beispiel liefert jener

die, aus der der Widerspruch heroorgeht. Sin Beispiel war oben §. 2bas Svkratische.

2, v. h. wenn es »»s nicht gelingt, ihm diesen Schluß durch unsre Ant-wort auf die erste Frage im Voraus abzuschneiden.

-1 S. oben §. 2.

lieber das Geschichtliche s. K. F. Hermann, Griech. Staatsalterth.§. IKK. WachSmuth I, 2, S. 197. Köchly: Akad. Neben I, S. Zl, ff.Die Einsetzung des RatbS der Vierhundert durch die außerordentliche Kommis-sion der Prvbuleu geschah nach der Sizilischeu Niederlage (413 vor Ehr.) undwar der erste Schritt zum Sturze der Demokratie Athens. Peisandros war

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