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Drittes Buch.
Absurdität sofort sich ergibt. Von dieser Art war z. B. die Frage,welche Perikles an den Lampon über die Weihe ") der Mysterien derSoteira richtete. Lampon hatte nämlich gesagt: cs sei nicht möglich,daß ein Ungeweihter etwas davon erfahre. Darauf fragte Periklesihn: ob er das selbst wisse? und als jener mit Ja antwortete, rief eraus: „wie kannst du daS, da du ein Ungeweihter bist?"
2. Eine zweite gute Gelegenheit ist, wenn von zwei miteinanderzusammenhängenden Punkten der eine von selbst einleuchtend ist, wäh-rend man weiß, daß der Gegner auf unsere Frage auch den zweitenzugeben wird. Hat man nämlich in einem solchen Falle den einenSatz von ihm herausgebracht, so hat man gar nicht mehr nöthig, überdas andere, an sich klare, noch eine weitere Frage zu thun, sondernbraucht dasselbe bloß als nothwendige Folgerung auszusprechcn. Soz. B. fragt Sokrates den Meletos, welcher von ihm behauptet hatte,daß er keine Götter glaube, zuerst: ob er (Sokrates) nicht von einemDämon zu reden pflege? Als Meletos dieß zugegeben batte, fragte erweiter: ob nicht alle Dämonen entweder Kinder der Götter, oder je-denfalls kindlicher Natur seien? und als jener auch hierauf mit Jaantwortete, sagte er: „Es gibt also einen Menschen, der zwar glaubt,daß eS Kinder von Göttern gebe, aber keine Götter!" ^).
3. Eine dritte gute Gelegenheit ist, wenn man sich in der Lagebefindet, durch die Frage den Beweis führen zu können, daß der Geg-ner entweder mit sich selbst, oder mit der allgemeinen Meinung inWiderspruch steht. — 1. Eine vierte endlich ist da vorhanden, wenncs für unfern Gegner unmöglich ist, sich anders, als durch eine sophi-stisch e Antwort aus der Schlinge unserer Frage zu ziehen; dennwenn seine Antwort lautet: „die Sache ist und ist auch nicht", oder:„zum Theil ist es so, zum Theil aber nicht", oder: „in gewisser Be-
— „die letzte und höchste religiöse Förderung und Vollendung,welche gn dem sich den »lystischen Formen der Weihe hingebenden Menschenbewirkt wird." S. Preller in Paully'S Ncalencycl. IV, S. ZI 8. — DieVeranlassung, bei welcher Perikles den Lampon. einen pfäsfisch - orthodoxen,scheinheiligen Priester, durch seine Frage aä abeurZum führte, ist unbekannt.— Soteira ist Beiname der Kore cProserpina). Ueber die Weihe derEleusinien s. Duneker IV, S. 285 ff., 288.
2) S. oben II, Kap. 23, §. 8.