Achtzehntes Kapitel.
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Grobheit erscheinen. Er muß daher in solchen Fällen einen Drittenredend einführen, wie das Jsokratcs in seinem „Philippos" und inseiner Rede über den Vermögenstausch macht >), und wie Archilo-chos 2) es in seinen Spottgedichten thut, wenn er z. B. in dem be-kannten Spottgedichte den Vater von seiner eignen Tochter sagen läßt:
Alles läßt für Geld sie hoffen, bricht für Geld Gelübd' und Schwur —
und wenn er den Charon, den Baumeister, redend einführt in demSpottgedichte, dessen Anfang lautet:
Nicht kümmern GygeS' Schätze mich —
So läßt auch Sophokles den Hämon gegen seinen Vater für die Anti-gone so sprechen, daß er sich auf die Aeußerungen Anderer beruft ^).
17. Es ist aber auch zuweilen zweckmäßig, die Enthymeme um-zuformen und daraus Sinnsprüche zu machen, wie wenn man z. B.sagt: „Wer klug ist, der schließt Frieden mit seinen Feinden, so langeer im Glücke ist, denn dann kann er die vortheilhaftesten Bedingungenerhalten". Als Enthymem ausgedrückt, würde dieß lauten: „wennes als Regel gilt, in dem Zeitpunkte Frieden zu schließen, wo derFriedensvertrag uns den größten Vortheil bringt, so muß man ihnabschtießen, während man im Glücke ist".
Achtzehntes Kapitel.
Was die Form der Frage (als Mittel zur Abführung des Geg»ners) anlangt, so ist die günstige Gelegenheit, sie anzubringen, vor-züglich dann vorhanden, wenn der Gegner bereits den einen Theildessen, woraus es ankommt, schon zuvor ausgesagt hat, so daß also,wenn der andere durch die Frage noch dazu herausgebracht wird, die
Jsokr. „Rede an PhilippoS" p. SS und „über den BermbgenStausch"p. 300 Uinrl. — Knebel.
2) Lebend um 700 v. Ehr. Er brachte den LykambeS, der ihm seineTochter zur Ehe versprochen und dann die Zusage gebrochen hatte, durch seineSchmähgedichte zum Selbstmord. S. Ouncker a. a. O. III, S. 47S. UlrictII, 471. Bgl. oben II, Kap. 23, §. II.
3) S. Sophokles' Antigone B. KS 2 ff. in SchöllS Hebers.
Aristoteles' Rhetorik. 2l