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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Drittes Buch.

umständliche Erzählung ') vor dem Könige Alkinoos, welche vor derPenelope in sechzig Verses zusammengedrängt ist. Ein anderesPhayllos^) im CykluS und der Prolog imOineus" ^).

8. Ritbtig ist es, daß die Erzählung individuell charakteristischsein muß. Das wird sie aber sein, wenn wir wissen, was einen indi-viduellen Charakter macht. Dazu gehört, wie bekannt, erstens, daßder Redner seine Absicht klar macht; denn wie diese beschaffen ist, soist auch der individuelle sittliche Charakter beschaffen. Die Beschaffen-heit der Absicht aber bestimmt sich je nach der Beschaffenheit des End-zwecks. Darum haben die mathematischen Darstellungen keinerlei Artvon individuellem Charakter, denn sie haben keinwcßhalb" 5), wohlaber die Sokratischen Reden, denn diese bewegen sich durchaus aufderartigem Gebiete.

9. Andere, den Charakter ausdrückende (ethische) Züge sindsolche, die als Folge jeder bestimmten Charaktereigenthümlichkeit her-vortreten, z. B. wenn es heißt:während des Sprechens ging er hi»und her" 6), heim das ist ein Zug, der hochfahrendes Wesen und Roh-heit der Sitten verräth. Deßglcichen, daß der Redner nicht dieSprache des berechnenden Verstandes?) führe, wie heutzutage dieRedner thun, sondern die Sprache sittlicher Grundsätze, wie z. B.:Ich aber wollte so, denn das war meine sittliche Absicht, und wennes auch nicht zu meinem Vortheile war, so war es doch das bessere

Bon Aristoteles im TexteAlkinvoS' Mähr" (^ckgxsxov NTrogo^og)genannt. In dieser ganzen ausführlichen, vier Bücher <IXXII) umfassendenErzählung seiner Thatcn und Schicksale beruht (will Aristoteles sagen) dieWirksamkeit dieser Ausführlichkeit darauf, daß Odysseus nichts erzählt, wa«gegen ihn einnehmen könnte, ihn als einen Gegenstand des Schreckens und derFurcht darstellen könnte.

2) In unserer heutigen Odyssee (XXIII, v. 2SS284) in nur 2 1 Werfen.

Uns unbekannter epischer Dichter. S. Ulrici I, S. 400.

") Verlornes Trauerspiel deS EnripjdeS.

5) Aus einem mathematischen Vortrage, einer mathematische» Abhandlung,kann man nicht auf den Charakter des Vortraaenden schließen, weil jede Be-ziehung auf ein Gewolltes (7r(>o«s(>k<5tg, ro o§ s'xkx«) fehlt, und von jedemaußerhalbliegende» Zwecke abstrahirt wird.

"> Unbekannt woher entnommen.

7) Vgl. meine Anmerk. zur Uebersehung der Aristotel. Poetik Kap. VI,