Vierzehntes Kapitel.
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Was dagegen die Eingänge der gerichtlichen Reden anlangt, soist festzuhalten, daß sie dieselbe Bedeutung haben, wie bei den Dra-men die Prologe und bei den epischen Gedichten die Prosmien; —denn die Eingänge der dithyrambischen Gedichte gleichen vielmehrdenen der epideiktischen Reden, wie z. B.:
Um dich und deiner Gaben willen, i'ei'S Kriegsbeute^ —
6. Dagegen in den gerichtlichen Reden und in den epischen Ge-dichten ist das Proömium eine Hinweisung-) auf das Thema derRede, damit die Zuhörer vorher wissen, wovon die Rede handelt, undihre Aufmerksamkeit nicht im Ungewissen schwebe; denn das Unbe-stimmte zerstreut. Wer also den Anfang gleichsam faßbar in dieHand gibt, der bewirkt, daß der Zuhörer sich daran halte, und soseiner Rede folgen kann. — Dieß ist der Sinn von dem:
Singe, o Göttin, de» Zorn —
und von dem:
Nenne den Mann mir. v Muse —
und von dem:
Führe zu anderer Mähr: wie einst aus Asiens LandenKam nach Europa gewaltiger Krieg —
'Auch die Tragiker geben solche Andeutungen über die jedesmaligedramatische Handlung, und wenn nicht gleich von vornherein — wieEuripides. der jedoch dieß im Prologe zu thun pflegt — so doch im"Verlaufe des Stücks, wie das auch Sophokles tbut mit seinem:
Mir war der Vater PvlpboS —
e> Anfang irgend eines uns unbekannten dithyrambischen Gedichts.
2) Ein Kunstausdruck, vlonxo. Halle, llrtyeil über ThukydideS Kap. 3<p. Il2. Krüge« sagt: „die Verfasser rhetorischer Anleitungen nennen Hin-weisungen der Reden (ckkt^erra: «eur- das Abfassen von Proömien,
indem sse darin die Angabe des Hauptinhalts der folgenden Entwicklung begreifen.
Könnte aus ChöriloS' oben erwähntem EpvS sein.
Ich gebe die Uebersetznng dieser dunklen Stesse nur als einen Erklä-rungsversuch. Vielleicht sind Andre glücklicher. Der Gegensatz scheint mirdarin zu liegen, daß Aristoteles jene „Andeutungen de« Inhalts" scheidet insolche, welche die tragischen Dichter, wie EuripideS. gleich am Anfänge desStücks, oder im Prologe geben, und in solche, welche im Stücke selbst (wieobei Sophokles' König OedipuS 7L7 ff.) Vorkommen.