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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Zwölftes Kapitel.

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Erwähnung, und hat dem Manne ein bleibendes Gedächtnis geschaf-fen, obgleich er späterhin desselben nirgends mehr Erwähnung thut').

5. Was nun die charakteristische Ausdrucksweise der Volks-rede betrifft, so ist sie ganz vollkommen der perspektivischen Deko-rationsmalerei 3) ähnlich. Je größer nämlich die schauende Masse ist,desto ferner ist der Standpunkt, von dem aus gesehen, respektive ge-hört^) wird, dabcr denn in beiden jede feine Ausführung überflüssigund minder zweckgemäß erscheint. Die gerichtliche Rede dagegen istscbon etwas Feineres; und der Anspruch an seine Ausführung steigertsieb noch, wenn der Redner cs nur mit einem Richter zu thun hat ^),denn da bewegt er sich am wenigsten in rhetorischen Kunststücken, weilda der Ucberblick über das, waS zur Sache gehört und was nicht,leichter ist, und weil die Aufregung des Wettkampfes fehlt, so daßalso das Urtheil rein und unbestochen bleibt. Deswegen haben nichtdieselben Redner in allen diesen Gattungen der Beredsamkeit Er-folg, vielmehr verhält sich die Sache fo, daß da, wo es vorzugsweiseauf dramatisch-lebendige Darstellung ankommt, für die feinere Aus-führung am wenigsten Plast ist. Dicß ist aber überall d a der Fall,

*1 Nur seine Schönheir zeichnete ihn aus vor alten Hellenen vor Ilion,Venn er war der schönste Mann im Heere nach Achill, wie Homer in der an-gezogenen Srelle sagt, doch sonstkein tüchtiger Held, und gering nur warsein Gefolge". Ader die kleine Insel Syme wollte doch auch ihr StückchenNuhm haben!

D- h. der Beredsamkeit und Sprache des wirklichen, öffentlich zumVolke sprechenden NednerS.

5) Ein trefflicher Vergleich! Die perspektivische Dekorationsmalerei cSkia-graphie) von Anaxagorae, und brsvnderS von Sophokles (Arist. Poet. V, §. 9)ausgebildet, von andern, wie Apollvdorosdem Skiagraphen", auf eine hoheStufe geführt (Müller, Handb. der Kunstarchaol. h. 136, S- >40), in derrömischen Kaiserzelt in's Monströse ansartend, stand zur Zeit deS Aristotelesauf der höchsten Stufe der Vollkomenheit.

Oer griechische Ausdruck (-,-Ltt) bedeutet beides.

5- Wie in solchen Processen zu Athen, denn ist immer von Athendie Nede wo einSchiedsrichter" (Diatet) den Nichrcrstuhl entnahm. V.K- F. Herrmann, Gr. StaatSairerthümer §. l45.

6) Im Angesichte einer großen Anzahl von Nichtcrn und eines cntspre?chenden Publikums. Vgl. die Art, wie Cicero pro OHotaro Kap. 2 diesenUmstand benutzt.