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2 (1891) Drei Bücher der Redekunst (Rhetorik)
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Eilfres Kapitel.

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begehen", aber es ist kein geistreiches; und ebenso ist cs ein sehrwahrer Satz:Die Würdige soll der Würdige freien" >), aberes ist nicht geistreich, sondern dieß letztere ist ein solcher Satz nurdann, wenn er beide Eigenschaften zugleich vereint, (wie z. B.):esist würdig zu sterben, wenn man nicht würdig zu sterben ist." Jemehr aber der Ausdruck von jenen Eigenschaften besitzt, um so geist-reicher erscheint er, wie z. B. wenn die Ausdrücke eine Metapher, undzwar eine Metapher der eben bczeichneten Art, und eine Antitheseund einen Gleichklang enthalten, und wenn sie dabei lebensvolle Be-zeichnungen der Dinge sind.

11. Auch die Gleichnißbilder sind, wie bereits oben gesagt wor-den 2), stets eine Art von ansprechenden Metaphern; denn sie bestehenimmer aus der Verbindung der Bezeichnung zweier (verschiedenen)Gegenstände, grade wie die Analogie-Metapher. Der Schild, sagenwir, istTrinkschale des Ares", undder Bogen ist eine saitenloseLeyer". Mit dieser Ausdruckweise bezeichnen wir nun also nichtschlechtweg das Eine als das Andere; nennen wir dagegen denBogen eine Leyer, oder den Schild eine Trinkschale, so thun wir dich.

1213. Die Menschen machen freilich auch Vergleiche, wiefolgende: daß sie z. B. einen Flötenbläser mit einem Affen, einenBlödsichtigcn mit einer tröpfelnden Lampe vergleichen, weil beide sichzusammenziehen ^). Gut aber ist eine Vergleichung nur dann, wennsie zugleich Metapher ist. Denn allerdings läßt sich der Schild gleichniß-weise Trinkschale des Ares und die Ruine einFetzen,, von einem Ge-bäude nennen, und den Nikeratos kann man einen vom Pratys gesto-chenen Philoktet nennen, wie das Thrasymachosthat, als erden

i) Spenge! (Hrt. seript. p. 20) hält auch diese Worte für einen DichterverS.2- S. NI, Kap. 4. tz. 3. vgl. mit Kap. 10 , §. 7.

6) Der Flvtenbläser der Alten erscheint vfr zusammengckauert wie einAffe; der MyvpS kneift die Augen zusammen, wie das Licht einer rinnendenLampe klein wird. Das Sich in Sich zusammenziehen ist hier

das tertium comparationis. Einen sitzenden Flötenspieler in solcher zusammen,gekauerten Stellung sieht man z. B. auf dem Pompejanischen Wandbilde der6ssa 6i Lsstore e kollues (II, 23, Zahn). Aristoteles bezeichnet übrigens dieseVergleiche als schlechte. *

4) Ueber Thrasymachos s. zu III, Kap. 1, §. 7, Anm. 9.

Aristoteles' Rhetorik. 19