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und seine Seele sagt dann gleichsam zu sich: „wie richtig! und dochkam ich nicht darauf!" ') Auch unter den gefeierten Aussprüchen be-ruhen alle geistreich witzigen darauf, daß der Redende nicht wörtlichsagt, was er meint, wie z. B. der des Stesichoros: — „die Cikadenwerden sich ihr Lied am Boden singen!" 2) Desgleichen sind die guteingekleidcten Räthsel aus demselben Grunde erfreulich, denn ihr Er-rathen ist ein Lernen von etwas, das zugleich in einem metaphorischenAusdrucke enthalten ist. Hierher gehört auch, was Theodoros „frap-pant^) sagen" nennt. Dieß geschieht in solchen Fällen, wo das,was der Redende sagt, unerwartet und nicht, wie Theodoros sich aus-drnckt, der frühern Erwartung des Zuhörers entsprechend ist, sondernwo der Redner so verfährt, wie die Spaßmacher in der Anwendungparodirender Ausdrücke Es wird dadurch eine Wirkung erreicht,wie sie auch die auf Paronomasie beruhenden Späße Hervorbringen,nämlich eine getäuschte Erwartung. DaS geschieht auch in gebunde-ner Rede, denn es ist gegen die Erwartung des Hörers, wenn Einerz. B. recipirt:
— ,.cr ging, an den Füßen tragend die — Ben len!" —ö,während der Zuhörer erwartete, daß er „Sohlen" sagen würde. Dochmuß ein solcher Scherz augenblicklich verständlich sein, sobald er aus-gesprochen wird. Die auf Paronomasie beruhenden Witze machen, daßder Redende nicht das sagt, was er (dem Wortlaute nach) sagt, son-dern das, was das alterirte Wort bedeutet. Ein Beispiel liefert derWitz des Theodoros gegen Nikon den Kitharröden, jenes bekannte!„es thrakert dich!" Er thut nämlich, als wolle er sagen: „es tur-birt dich! ?) und täuscht so die Erwartung des Hörers, denn er sagtetwas ganz andres und erregt bei jedem Zuhörer, der um die Sacheweiß und so den Witz versteht, Heiterkeit. Denn freilich, wenn der
Beispiele liefern Quinctilian IV, z, §. 24. Cicero v. Redner II, 7l.§. 284 ff.
2> Schon oben angeführt II, 2l. §. 8, s. dort die Anmerk.
S- S. zu II, 28, §. 28, Note 67.
4) Akist. sagt „Neues" txcctva — norll, !ua»alta>.
5) Beifpiele: Quinctilian VI, 3, §. 84. IX, 2, §. 23.b> Travestie eines bekannten Homerischen BcrSausgangS.
7) Beides heißt auf Griechisch: Thrattei se! (A^arrkt crs!)